Steuertermine 2020 (Bild: Pixabay)

Steuertermine 2020: An diese Fristen müssen Unternehmer denken!

Wer Abgabefristen versäumt, muss mit Zuschlägen rechnen. Daher solltest du die Steuertermine für 2020 kennen und im voraus einplanen.

Ein Gastbeitrag von Paul-Alexander Thies / Billomat

Diese Steuertermine sind dieses Jahr wichtig

Auch im Jahr 2020 müssen Unternehmer wieder darauf achten, ihre Steuertermine genau einzuhalten. Denn das Steuerrecht gibt für die Erfüllung der zahlreichen Steuerpflichten genaue Termine und Fristen vor. So müssen Unternehmen zahlreiche Stichtage für Anmeldungen, Erklärungen oder Vorauszahlungen beachten, die sich über das ganze Jahr hinweg verteilen.

Hier eine Übersicht:

Welche Steuerpflichten fallen für Unternehmen an?

Die Steuerarten, mit denen Unternehmen sich befassen müssen, richten sich nach der Art des Unternehmens sowie nach den Umsätzen, die im Kalenderjahr erzielt werden. In der Regel fallen für Unternehmer mehrere Steuerarten an, für deren Bearbeitung, Erklärung, Meldung und Bezahlung genaue Stichtage vorgegeben sind.

Die folgenden Steuerarten haben in der Regel für jedes Unternehmen Bedeutung:

    • Umsatzsteuer
    • Einkommensteuer
    • Körperschaftsteuer
    • Lohnsteuer
    • Gewerbesteuer

Was müssen Unternehmen bei der Umsatzsteuer beachten?

Das Umsatzsteuergesetz führt genau aus, wie dein Unternehmen vereinnahmte Umsatzsteuern ermittelt und wann du dem Finanzamt gegenüber die Steuerschuld erklären und begleichen musst.

Im §18 UStG gibt der Gesetzgeber drei Möglichkeiten für die Terminierung von Umsatzsteuererklärungen und Voranmeldungen vor: Abhängig von der Steuerschuld des Vorjahres müssen Unternehmen ihre Umsatzsteuervoranmeldungen monatlich, vierteljährlich oder jährlich abgeben.

Wann sind die Steuertermine 2020 für die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung?

Lag die Umsatzsteuerschuld im Vorjahr über 7.500 Euro, ist monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung (UStVA) beim Finanzamt einzureichen. Zudem ist einmal jährlich eine Umsatzsteuerjahreserklärung abzugeben. Die ermittelten Steuerbeträge müssen zeitgleich mit den Stichtagen für die Abgabe bezahlt werden.

Die monatliche UStVA ist jeweils bis zum 10. Kalendertag des Monats, der auf den Abrechnungszeitraum folgt, einzureichen. Fällt der 10. Kalendertag auf einen werkfreien Tag, endet die Abgabefrist am darauffolgenden Werktag. Die monatliche UStVA ist daher im Jahr 2020 spätestens an den folgenden Terminen einzureichen:

    • 10. Januar, 10. Februar, 10. März, 14. April, 11. Mai, 10. Juni, 10. Juli, 10. August, 10. September, 12. Oktober, 10. November und 10. Dezember.
    • Für den Dezember 2020 ist die UStVA bis 11. Januar 2021 zu erstellen.

Welche Steuertermine entfallen 2020 auf die vierteljährliche UStVA?

Unternehmen, deren Umsatzsteuerschuld im Vorjahr zwischen 1.000 Euro und 7.500 Euro lag, erstellen vierteljährliche Voranmeldungen. Auch für die vierteljährliche Abgabe gilt der 10. Kalendertag des Monats, der auf den Abrechnungszeitraum folgt. Fällt der Termin auf einen werkfreien Tag, verschiebt sich die Abgabe entsprechend.

Die Steuertermine für die vierteljährliche UStVA entfallen im Jahr 2020 auf den 10. Januar, 14. April, 10. Juli und 12. Oktober. Für die UStVA des letzten Quartals 2020 gilt der 11. Januar 2021. Nach Ablauf des Kalenderjahres ist zusätzlich eine Jahreserklärung zu erstellen.

Wer muss eine Jahreserklärung für die Umsatzsteuer abgeben?

Betrug die Umsatzsteuerschuld des Vorjahres weniger als 1.000 Euro, ist in der Regel eine jährliche Umsatzsteuererklärung ausreichend, während keine Verpflichtung besteht, Umsatzsteuervoranmeldungen abzugeben.

Der Termin für die Abgabe der jährlichen Umsatzsteuererklärung ist jedes Jahr auf den 31. Juli festgesetzt.

Was gilt für Unternehmensgründer?

In den ersten beiden Jahren nach der Gründung eines Unternehmens hast du die Pflicht, neben der jährlichen Umsatzsteuererklärung auch monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen zu erstellen und abzugeben. Die Abgabepflicht für Gründer besteht unabhängig von den Umsätzen.

Was müssen Kleinunternehmer beachten?

Als Kleinunternehmer bist du von der Pflicht, Umsatzsteuer zu erheben, befreit. Daher fallen keine Voranmeldungen an. Lediglich die jährliche Umsatzsteuererklärung ist auch von Kleinunternehmern zu erstellen.

Was bringt eine Dauerfristverlängerung?

Ist es Unternehmern auf keinen Fall möglich, die Termine einzuhalten, können sie eine Dauerfristverlängerung für die Umsatzsteuervoranmeldung beantragen. Sie ermöglicht einen Aufschub von vier Wochen für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen.

Der Abgabetermin für die monatliche UStVA des Monats April verschiebt sich somit beispielsweise auf den 10. Juni, für die vierteljährliche UStVA des zweiten Quartals auf den 10. August 2020.

Welche Steuertermine gelten im Jahr 2020 für die Einkommensteuer?

Laut § 25 EStG ist die Einkommensteuer einmal jährlich zu erklären und zu bezahlen. In der Einkommensteuer-Jahreserklärung müssen Steuerpflichtige ihre Einkünfte aus einem Kalenderjahr angeben und bis zum 31. Juli des darauffolgenden Jahres beim Finanzamt einreichen.

Was gilt für Einkommensteuer-Vorauszahlungen?

Das Finanzamt erlässt auf Grundlage der Einkommensteuerschuld aus dem Vorjahr einen Bescheid über die Höhe der Einkommensteuervorauszahlungen, die vierteljährlich zu leisten sind. Die Steuertermine 2020 für Einkommensteuervorauszahlungen fallen auf den 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember.

Welche Frist gilt für die Körperschaftsteuer?

Da die Körperschaftsteuer für Kapitalgesellschaften das Gegenstück zur Einkommensteuer für steuerpflichtige Personen ist, gelten für sie dieselben Abgabetermine wie für die Einkommensteuer. Das gilt für die jährliche Körperschaftsteuererklärung und Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen gleichermaßen.

Wann wird im Jahr 2020 die Gewerbesteuer fällig?

Für Solo-Preneure gibt es eine weitere Steuerart, die bedacht werden muss. Ist man nicht Freiberufler, sondern hat ein Gewerbe angemeldet, wird Gewerbesteuer fällig.

Für die Gewerbesteuer fallen jedes Jahr insgesamt fünf Termine an. Der Stichtag für die Abgabe der jährlichen Gewerbesteuererklärung ist am 31. Juli des Jahres, das auf den Abrechnungszeitraum folgt. Auf Basis der Steuerschuld des Vorjahres sind zudem insgesamt vier Vorauszahlungen zu leisten, die 2020 an folgenden Terminen fällig sind: 17. Februar, 15. Mai, 17. August und 16. November.

Wann müssen Unternehmen die Lohnsteuer abführen?

Regulär ist die Lohnsteuer bis zum 10. Kalendertag des Monats nach der Auszahlung des Lohns zu melden und zu bezahlen. Kleine Unternehmen können die Lohnsteuer vierteljährlich oder einmal pro Jahr anmelden und bezahlen. Dabei gelten für Lohnsteueranmeldungen dieselben Stichtage wie für Umsatzsteuervoranmeldungen.


Über den Autor:

Paul-Alexander Thies (Bild: Billomat)

Paul-Alexander Thies ist Geschäftsführer von Billomat, einer webbasierten Buchhaltungssoftware für Selbstständige, StartUps und KMU. Mit seiner Leidenschaft für strategische Unternehmens- und Produktentwicklung gründete Thies bereits während seines Studiums ein Unternehmen. Heute blickt der Vollblut-Onliner auf über zehn Jahre Erfahrungen als Führungskraft zurück und konnte viele Unternehmen wie Groupon, Payleven (Rocket Internet) und Travador mit aufbauen. Das Fintech-Unternehmen mit Sitz in Nürnberg arbeitet seit 2016 mit einem Team aus 45 Vollblut-Onlinern und Software-Experten an dem Buchhaltungstool.

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