StartUp Mitarbeiterin (Bild: Pexels)

Gehalt: Wie viel verdient man in einem StartUp?

Wie gut oder schlecht sind die Gehälter durchschnittlich in deutschen StartUps? Wir geben eine Übersicht.

Was verdient man normalerweise in einem StartUp?

33.396 Euro – das war 2016 das Durchschnittseinkommen in Deutschland. Pro Jahr. In brutto. Umgerechnet bedeutet das, der durchschnittliche Deutsche verdient laut Statista vor Abzug der Steuern und den Sozialabgaben rund 2.800 Euro pro Monat.

Wie sehen die Gehälter in StartUps aus? Verdient man hier ähnlich viel? Oder fällt das Gehalt für die Mitarbeiter in einem jungen Unternehmen geringer aus?

Die Frage nach dem typischen StartUp-Gehalt lässt sich schwer beantworten. Einerseits, weil es ja nicht den StartUp-Mitarbeiter gibt, sondern viele verschiedene Berufe und Menschen mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen. Oft werden mehrere Positionen in einer Person vereint: Der StartUp-Inhaber ist dann Pressesprecher, Business-Development-Manager und Finanzbuchhalter in Personalunion.

Andererseits wirken in StartUp diverse Arten von Mitarbeiter oft in flachen Hierarchien gleichberechtigt zusammenarbeiten: Praktikanten, Studenten, Freelancer, Zeitarbeiter und Festangestellte. Und da StartUps keine etablierten Unternehmen, sondern eben agile Neugründungen sind, bezahlen sie nicht nach Tarifvertrag.

Das alles macht es schwer, die Frage zu beantworten, wie viel man in einem StartUp verdient. Trotzdem gibt es Erhebungen, die Licht in den Gehaltsdschungel bringen.

Gehälter in StartUps: eine Übersicht

27.465 Euro – so viel verdient ein Grafiker durchschnittlich pro Jahr in einem StartUp. Das Gehalt eines Social-Media-Managers liegt bei jährlich 31.071 Euro und das des Geschäftsführers bei 61.334 Euro. Programmierer und IT-Spezialisten gehen bei jungen Unternehmen mit rund 37.000 bis 52.000 Euro Salär nach Hause. Diese Daten erhob die Seite Gehalt.de aus verschiedenen Quellen.

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Alle diese Werte sind natürlich Durchschnittswerte, bei denen es teilweise große regionale Unterschiede gibt: In Berliner StartUps verdient man in der Regel mehrere Tausende weniger als in vergleichbaren Positionen in München oder Hamburg. Da ist es verständlich, dass sich junge Unternehmen gerne in der Bundeshauptstadt niederlassen bzw. dort gegründet werden. Von Auto1, Blinklist, DeineStadtKlebt und Ecosia, über Emmy Sharing, Kiwi.ki, N26 und Momox, bis hin zu ShareTheMeal und Zalando: In Berlin ballen sich die StartUps und Kreativen. Neben den recht geringen Gehältern nutzen sie zudem weitere Vorteile, zum Beispiel die relativ günstigen Mieten, die geringeren Lebenshaltungskosten und die vielen kulturellen Angebote.

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Gehalt in einem StartUp: Es gibt deutliche Unterschiede

Selbstverständlich wirken sich auch die Berufserfahrung, das Alter des Unternehmens, die Berufsgruppe und das Geschlecht auf das Gehalt in einem StartUp aus. Bildet man aus diesen unterschiedlichen Daten einen Durchschnitt, so verdient der typische StartUp-Mitarbeiter in Berlin anfangs 2.337 Euro brutto (also rund 28.000 Euro im Jahr), nach mehreren Jahren wächst das Gehalt auf 3.080 Euro/Monat bzw. knapp 37.000 Euro/Jahr an. Das besagt eine repräsentative Studie von Jobspotting, Berlin StartUp Jobs und der Hochschule Aachen.

> Zur Studie: Der große Berliner StartUp-Gehaltsreport

Der IT-Branchenverband Bitkom kommt in seinem StartUp-Gehaltsvergleich teilweise zu ganz anderen Ergebnissen. Hiernach verdienen die Mitarbeiter zwischen 31.400 Euro/Jahr (= 2.616 Euro/Monat) und 71.400 Euro/Jahr (= 5.950 Euro/Monat).

GRAFIK Grafik der Woche / Start-up-Mitarbeiter

Nicht unüblich: Geringe Gehälter in StartUps

Die letzte Infografik könnte die Hoffnung wecken, dass es durchaus lukrativ sein kann, in einem StartUp zu arbeiten. Doch die Zahlen trügen! Es gibt viele Neugründungen, die in den ersten Jahren keine oder nur sehr geringer Umsätze erzielen und die Finanzierung auf wackeligen Beinen steht.

Dementsprechend ist es nicht unüblich, dass sich Gründer in den ersten Jahren nur ein minimales Gehalt auszahlen oder komplett von ihren Ersparnissen leben. Solche StartUp-Unternehmer können auch ihren Mitarbeitern nur geringe Gehälter bezahlen.

In StartUps zählt nicht nur das Gehalt

Trotz finanzieller Engpässe und geringer Bezahlung sind StartUps für viele junge Menschen attraktive Arbeitgeber, denn hier erwarten sie kreative Herausforderungen, flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten und lässige Kollegen.

Wie aktuelle Studien zeigen, ist für die Mitarbeiter die Unternehmenskultur wichtiger als ein gutes Gehalt:

> Geld alleine macht nicht glücklich: Darum sollten StartUps mehr bieten

Eine Partie Tischkicker oder ein paar Minuten Playstation-Spielen mit den Kollegen: Solche Elemente sorgen für eine gute Work-Life-Balance, die es in großen Unternehmen oft nicht gibt und mit Geld nur schwer aufgewogen werden können.

Was bei StartUps ebenfalls beliebt ist, sind Verpflegungsangebote. Diese sparen Steuern und sorgen für eine indirekte Gehaltserhöhung.

> Steuer-Schlufpfloch: So kommst du zu steuerfreier Verpflegung am Arbeitsplatz

Nettolohn: Was bleibt eigentlich vom StartUp-Gehalt übrig?

Weißt du, wie viel von 2.500 oder 3.000 Euro Bruttolohn pro Monat am Ende netto für dich übrig bleibt? Nein? Dann berechne das mit unserem Brutto-Netto-Rechner für Angestellte in StartUps:

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