StartUp Mitarbeiterin (Bild: Pexels)

StartUp-Gehalt: Wie viel verdienen die Mitarbeiter in einem deutschen StartUp?

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Wie gut oder schlecht fallen die Gehälter durchschnittlich in StartUps aus? Wir geben eine Übersicht.

Wie fällt das Gehalt in einem StartUp aus?

37.141 Euro. Das war 2020 das Durchschnittseinkommen in Deutschland bei Vollzeitbeschäftigung. Pro Jahr. In brutto. Umgerechnet bedeutet das, der durchschnittliche Deutsche verdient laut Statista vor Abzug der Steuern und den Sozialabgaben rund 3.975 Euro pro Monat.

Wie sehen die Gehälter in StartUps aus? Bekommst du hier ähnlich viel? Oder fällt das Gehalt für die Mitarbeiter in einem jungen Unternehmen geringer aus? Die gute Nachricht: Gemessen am Durchschnittseinkommen, verdient man in einem StartUp – in der Regel – sicherlich nicht schlecht.

Die Perspektive ändert sich aber, wenn du die Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen zugrunde legst. So starten Hochschulabsolventen mit durchschnittlich 44.830 Euro im Jahr. Also mit deutlich mehr, als der typische Deutsche nach Hause bringt.

Wie viel verdient man wirklich in einem StartUp?

Die Frage nach dem typischen StartUp-Gehalt lässt sich schwer beantworten. Einerseits, weil es ja nicht den StartUp-Mitarbeiter gibt, sondern viele verschiedene Berufe und Menschen mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen. Andererseits wirken in StartUp diverse Arten von Mitarbeiter oft in flachen Hierarchien gleichberechtigt zusammenarbeiten: Praktikanten, Studenten, Freelancer, Zeitarbeiter und Festangestellte.

Dazu kommt: Oft werden mehrere Positionen in einer Person vereint. Der StartUp-Gründer ist dann Pressesprecher, Business-Development-Manager und Finanzbuchhalter in Personal-Union. Und da StartUps keine etablierten Unternehmen, sondern eben agile Neugründungen sind, bezahlen sie nicht nach Tarifvertrag.

Das alles macht es schwer, die Frage zu beantworten, wie viel du in einem StartUp wirklich verdienst. Trotzdem gibt es Erhebungen, die Licht in den Gehalts-Dschungel bringen.

Gehälter in StartUps: eine (alte) Übersicht

Im Jahr 2018 veröffentlichte Gehalt.de eine StartUp-Studie und titelte: “Jung, dynamisch und ein geringes Gehalt.”

43.934 Euro – so viel verdiente ein Online-Marketing-Manager durchschnittlich pro Jahr in einem StartUp. Das Gehalt eines IT-Administrators lag bei jährlich 46.364 Euro und das des Geschäftsführers bei 57.401 Euro. Projektleiter gehen bei jungen Unternehmen mit 48.304 Euro Salär nach Hause. Ähnliche Zahlen brachte auch eine Untersuchung aus dem Jahr 2016 ans Licht:

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Update: StartUp-Gehälter im Jahr 2022

Gruenderszene.de hat ebenfalls recherchiert, was StartUp-Mitarbeiter verdienen. Eine schnelle Übersicht siehst du in diesem Instagram-Post:

 

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Was du bei den Gehaltstabellen bedenken musst

Alle genannten Werte sind natürlich Durchschnittswerte, bei denen es teilweise große regionale Unterschiede gibt: In Berliner StartUps erhältst du in der Regel mehrere Tausende weniger als in vergleichbaren Positionen in München oder Hamburg. Da ist es verständlich, dass sich junge Unternehmen gerne in der Bundeshauptstadt niederlassen bzw. dort gegründet werden.

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Von Auto1, Blinklist und Ecosia, über N26 und Momox, bis hin zu Zalando: In Berlin ballen sich die StartUps und Kreativen. Neben den recht geringen Gehältern nutzen sie zudem weitere Vorteile, zum Beispiel die relativ günstigen Mieten, die geringeren Lebenshaltungskosten und die vielen kulturellen Angebote.

Selbstverständlich wirken sich auch die Berufserfahrung, das Alter des Unternehmens, die Berufsgruppe und das Geschlecht auf das Gehalt in einem StartUp aus.

Unterschiede zwischen Old Economy und New Economy

Eines ist klar: Bekommt ein StartUp-Geschäftsführer oder einer seiner Führungskräfte ein Gehalt, so fällt das in der Regel nicht so üppig wie in vielen anderen Unternehmen aus. Vergleicht man das Salär von Beschäftigten mit Personalverantwortung in der Old Economy mit dem von leitenden StartUp-Mitarbeitern siehst du eine deutliche Kluft.

Laut der „StartUp-Studie 2018“ von Gründerszene und Gehalt.de macht diese Kluft teilweise bis zu 40.000 Euro brutto pro Jahr aus.

Nicht unüblich: Geringe Gehälter in StartUps

Ein weiterer Faktor, der das Gehalt beeinflusst, stellt das Alter des StartUps dar. Es gibt viele Neugründungen, die in den ersten Jahren keine oder nur sehr geringer Umsätze erzielen. Bei denen steht die Finanzierung auf wackeligen Beinen. Mitarbeiter der ersten Stunden werden häufig noch im eigenen Umfeld und Freundeskreis rekrutiert.

Dementsprechend ist üblich, dass sich Gründer in den ersten Jahren nur ein minimales Gehalt auszahlen oder komplett von ihren Ersparnissen leben. Solche StartUp-Unternehmer können auch ihren Mitarbeitern nur geringe Gehälter bezahlen.

StartUps müssen attraktive Gehälter zahlen

Die Zeiten ändern sich! War der größte Engpass von StartUps bislang eine zu dünne Kapitaldecke, so sind es heute die Mitarbeiter, die fehlen und nicht zu finden sind. Denn auch die „jungen Wilden“ leiden unter dem Fachkräftemangel.

Trotzdem wollen laut dem Startup Monitor 2021 die deutschen StartUps die Zahl ihrer Beschäftigten steigern.

Ob diese Pläne aufgehen, bleibt abzuwarten. Denn es mangelt schlicht und ergreifend an der entsprechenden Anzahl geeigneter Kandidaten. Das kann den Preis nach oben pushen und somit die vergleichsweise niedrigen Gehälter in StartUps ansteigen lassen. Auch für junge Berufstätige mit wenigen Jahren Berufserfahrung ergeben sich so gute Chancen für einen kräftigen Gehaltssprung bei einem Wechsel des Arbeitgebers.

Fazit: In StartUps zählt nicht nur das Gehalt!

Wer Wert auf ein hohes Gehalt und Sicherheit legt, sollte sich nicht bei einem StartUp bewerben! Wer hingegen die Herausforderung sucht, vielfältig lernen und anpacken möchte, ist in einem StartUp besser aufgehoben als in einer Konzern-Umgebung.

Trotz finanzieller Engpässe und geringer Bezahlung sind StartUps für viele junge Menschen attraktive Arbeitgeber. Wie aktuelle Studien zeigen, ist für die Mitarbeiter die Unternehmenskultur wichtiger als ein gutes Gehalt: Home Office, nette Kollegen, flexible Arbeitszeiten, kreative Herausforderungen – solche Elemente sorgen für eine gute Work-Life-Balance, die es in großen Unternehmen oft nicht gibt und mit Geld nur schwer aufgewogen werden können.

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Bilder: Pixabay, Gehalt.de

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