Parachute (Bild: Pixabay)

Ist Sponsoring für StartUps geeignet?

Wer als Sponsor auftritt und beispielsweise bekannte Sportler finanziell unterstützt, kann sich über ein großes Publikum freuen. Lohnt sich diese Art des Marketings für kleine Unternehmen?

Fast jeder kann ein Sponsor sein

Was haben der Autobauer BMW und die deutsche Metal-Band Sodom gemeinsam? Beide setzen auf Sponsoring. Während die bayerische Motorenschmiede verschiedene Wintersport-Events finanziell unterstützt, zierte das Sodom-Logo die Trikots der E2-Jugend von Eintracht Duisburg.

Warum? Weil die finanzielle Unterstützung von Vereinen und (Sport-)Events eine etablierte und beliebte Marketing-Strategie ist, die großen und kleinen Unternehmen einsetzen.

Definition: Was ist Sponsoring?

Um den Begriff zu erläutern, zitieren wir einen Satz aus Wikipedia: „Unter Sponsoring versteht man die Förderung von Einzelpersonen, einer Personengruppe, Organisationen oder Veranstaltungen durch eine Einzelperson, eine Organisation oder ein kommerziell orientiertes Unternehmen in Form von Geld-, Sach- und Dienstleistungen mit der Erwartung, eine die eigenen Kommunikations- und Marketingziele unterstützende Gegenleistung zu erhalten.“

Oder anders ausgedrückt: Indem ein Unternehmen für populäre Vereine oder Ereignisse Geld fließen lässt und dies in Form von Logos oder Produktplatzierungen zur Schau stellt, erkauft es sich (mediale) Aufmerksamkeit. Beispiel: Jedes Mal, wenn der FC Bayern München in einem Stadion spielt, oder im Fernsehen, im Internet, in Tageszeitungen oder bei Online-Wetten über den Verein berichtet wird, sind die Logos der Sponsoren zu sehen.

Je berühmter bzw. erfolgreicher die gesponserten Personen oder Gruppen sind, desto mehr Sichtkontakte kommen zustande.

Infografik: Diese Sportarten unterstützen Sponsoren am meisten

infografik sport sponsoring

Was bringt Sponsoring?

Ein Vorteil wurde bereits genannt: Sponsoring bringt Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit. Damit kann einerseits eine bislang unbekannte Marke eingeführt oder eine bestehende Marke gestärkt werden. Zudem „vererbt“ sich das Image und der Erfolg des Sponsoring-Partners auf den Sponsor.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Red Bull: Das Logo des Energy-Drinks ist in der Formel 1, bei Flugshows und sogar bei Weltrekord-Sprüngen aus dem All zu sehen. Hierdurch entsteht bei den Betrachtern unbewusst ein Bild, das sich einbrennt. In diesem Fall bedeutet das: Red Bull ist cool und für Menschen geeignet, die Action lieben. Oder um es mit dem offiziellen Slogan zu sagen: „Red Bull verleiht Flügel“.

Die Agentur Kreye fasst die positiven Aspekte von Sponsoring gut zusammen:

> Sponsoring: Was bringt das überhaupt?

Was man beim Sponsoring beachten sollte

Einfach Geld an einen Sportler oder einen Verein überweisen, um sein Logo platzieren zu können – geht es so einfach? Natürlich nicht. Gerade StartUps, die in der Regel über ein sehr kleines Marketing-Budget verfügen, sollten das Thema Sponsoring strategisch durchdacht und mit Vorsicht angehen. Denn die Verlockung, vermeintlich schnell eine große Aufmerksamkeit zu erzielen, ist an Bedingungen und Aufgaben geknüpft. Hierfür wird eine durchdachte Strategie benötigt. Dazu gehört beispielsweise die Auswahl des richtigen Projektes, die Festlegung von Richtlinien, eine Erfolgskontrolle und eine schriftliche Vereinbarung zwischen allen involvierten Parteien.

Der Dipl. Sportwissenschaftler Andreas Will erklärt im verlinkten Beitrag, welche Fehler beim Sponsoring gemacht werden:

> Warum Sponsoring nicht funktioniert

Ist Sponsoring eine passable Marketing-Strategie für StartUps?

Andreas Will fasst die Herausforderungen des Sponsoring mit folgenden Worten zusammen: „Sponsoren-Akquise ist mit viel Arbeit verbunden, es gibt nichts geschenkt. In der Praxis ist immer wieder zu beobachten, dass der zeitliche und organisatorische Aufwand einer Sponsorensuche, sowie das hierfür benötigte Wissen unterschätzt wird.“

Anders ausgedrückt: Möchtest du mit deinem StartUp als Sponsor auftreten, so ist das mit viel Arbeit verbunden und dementsprechend kein leichter Weg für die Vermarktung deines Unternehmens.

Bilder: Pixabay, Statista

2 Kommentare

  1. Wir sind als Start-Up auch als Sponsor aktiv. Als die Stuttgarter Kickers speziell ein Programm für kleinere Sponsoren aufgesetzt hatten haben wir nicht lange gefackelt und uns direkt angemeldet. Da hatte dann den Vorteil, dass wir das erste Start-Up waren und daher noch einmal extra eingeladen und vorgestellt wurden. Vor kurzem wurde der Sponsoring Vertrag auch verlängert.

    Neben den im Artikel erwähnten Vorteilen würden wir noch die Punkte soziale Verantwortung und Regionalität ergänzen wollen. Gerade, wenn man kleinere Vereine oder Jugendabteilungen unterstützt ist dies auch ein Teil gelebter sozialer Verantwortung. Zudem kann man sich mit kleineren Sponsorings auch gut regional verankern. Vereinsmitglieder können potentielle Kunden oder Mitarbeiter sein. Und zur lokalen Presse lässt sich so ebenfalls einfacher Kontakt aufbauen.

  2. Danke für die Ergänzung, Mihael!
    Selbstverständlich kann man durch Sponsoring auch seinen regionalen Bezug und damit seine soziale Verantwortung als Firma unterstreichen.

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