Mut ist eine Fähigkeit, die du trainieren kannst. Nutze das, um dich selbstständig zu machen oder ein StartUp zu gründen. Planvoll, durchdacht, mutig.
Der Moment, in dem alles stillsteht
Du hast eine Geschäftsidee, die du wirklich klasse findest. Dein Masterplan liegt fast fertig vor dir auf dem Tisch. Jetzt könnte es losgehen. Doch es passierst nichts. Statt loszulegen, scrollst du durch TikTok, checkst E-Mails und gießt deine Zimmerpflanzen.
Warum? Dich plagen zahlreiche Fragen: „Was, wenn ich scheitere?“, „Bin ich überhaupt gut genug?“ und „Was denken die anderen über mich?“
Diese Gedanken sind völlig normal. Jeder, der sich selbständig machen oder ein StartUp gründen will, kennt sie. Doch während einige sich von der Angst lähmen lassen, handeln andere. Nicht, weil sie mutiger sind, sondern weil sie gelernt haben, mit den Bedenken umzugehen. Genau das kannst du auch!
Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du es schaffst, mehr Mut zu haben. Mut für das Dasein als Freelancer oder Unternehmenslenker. Das Gute: Alles geht schrittweise und ist recht leicht umsetzbar.
Warum du Mut für die Gründung brauchst
Zuerst musst du verstehen, woher diese lähmende Angst vor der Selbstständigkeit kommt: Unser Gehirn ist darauf programmiert, Risiken zu vermeiden. In der Steinzeit war das überlebenswichtig, denn jeder Fehltritt konnte den Tod bedeuten. Heute hält uns dieser Mechanismus oft davon ab, Chancen zu ergreifen und mutig zu agieren.
Jeder Mensch ist unterschiedlich mutig – und das ist auch gut so. Während sich der eine sofort blindlings ins wilde Abenteuer stürzt, zaudert der andere und macht lieber erst einmal nichts. Verständlich, denn es gibt viele Herausforderungen und Horrorgeschichten.
So zeigen Studien, dass sehr viele Gründer in den ersten Jahren scheitern. Aber weißt du, was noch schlimmer ist? Nie anzufangen! Denn während du wartest, bis alles perfekt ist, starten andere. Mit denselben Zweifeln, derselben Unsicherheit, aber mit mehr Mut.
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7 wichtige Schritte, um deine Gründungsangst zu überwinden
Du hast wenig Mut? Egal! Die Lösung liegt nicht darin, die Angst komplett loszuwerden, sondern darin, sie richtig zu managen. Genau das lernst du jetzt. Step by Step.
Schritt 1 | Benenne deine Ängste
Der erste Schritt ist so einfach wie wirkungsvoll: Schreibe alles nieder! Nicht vage, nicht allgemein, sondern konkret. Starte dazu Excel und erstelle eine Tabelle mit drei Spalten.
Trage in der ersten Spalte prägnante Sätze mit Dingen ein, die dich ausbremsen. In der zweiten Spalte hältst du die mögliche Folge fest. Und in der letzten Spalte schreibst du rein, wie du mutig der jeweiligen Angst begegnen könntest.
Deine Liste könnte so beginnen:
| Angst | Realistische Folge | Mein Plan, damit umzugehen |
|---|---|---|
| „Ich scheitere.“ | „Ich verliere 5.000 Euro.“ | „Ich arbeite nebenbei weiter.“ |
| „Ich werde ausgelacht.“ | „Drei Leute könnten mich komisch anschauen.“ | „Ich konzentriere mich auf meine Zielgruppe.“ |
Warum das funktioniert? Studien zeigen, dass das Benennen von Ängsten ihre Intensität um bis zu 50 Prozent reduziert. Die Methode mit der Bezeichnung „Name it to tame it“ (auf Deutsch: „Benenne es, um es zu zähmen“) stammt von Dr. Dan Siegel, Professor für Psychiatrie an der UCLA.
Schritt 2 | Was ist die schlimmste Folge?
Jetzt geht es darum, deine Ängste zu entmystifizieren. Auch hierzu sollst du deine Gedanken niederschreiben – auf Papier oder in einem digitalen Dokument. Halte fest, was im absoluten Worst Case passieren würde, und wie du damit positiv umgehen könntest.
Beispiele:
✅ „Ich verliere Geld.“ → „Egal, die Erfahrung ist unbezahlbar.“
✅ „Mein Produkt gefällt niemandem.“ → „Ich lerne daraus und verbessere es.“
✅ „Ich muss mich neu orientieren.“ → „Das habe ich schon öfter geschafft.“
Der Effekt? Diese Übung entzieht der Angst ihren Nährboden. Plötzlich siehst du, dass selbst der schlimmste FAIL nicht das Ende der Welt ist. Oft kann das ungeahnte, kreative Energie freisetzen und dich zu einem sinnvollen Business Pivot bringen.
Schritt 3 | Sieh alles als Experiment an
Viele Menschen scheitern, weil sie zu viel Druck auf sich selbst ausüben: „Ich muss perfekt starten!“ „Das muss sofort ein Erfolg werden!“ oder „Ich muss der Welt etwas beweisen!“
Wie wäre es, wenn du deine Gründung als Experiment betrachtest?! Ein Experiment kennt kein Scheitern, sondern nur Ergebnisse. Selbst wenn etwas nicht klappt, hast du viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Erkenntnisse, aus denen sich neue Geschäftskonzepte entwickeln lassen.
Beispiele aus der Praxis:
🚀 Airbnb begann mit Luftmatratzen in einer Wohnung. Über die Jahre entstand daraus ein Business.
🚀 Amazon verkaufte zunächst nur Bücher. Später wurde es die globale Plattform, die es heute ist.
🚀 Burbn, eine App für Whisky-Fans, scheiterte. Aus den Resten entstand Instagram.
Ideen entwickeln, testen, optimieren, weitermachen. Das ist der Kern des Lean-StartUp-Gedankens. Mehr dazu hier:
Schritt 4 | Starte mit einer Mini-Aktion
Der größte Fehler ist zu warten, bis alles perfekt ist. Stattdessen: Handle jetzt. Aber nicht mit einem riesigen Schritt, sondern mit einer kleinen, konkreten Aktion.
Mögliche Mini-Aktionen sind:
✅ Kaufe die Domain für deine Firmen-Website.
✅ Sprich mit einem potenziellen Kunden über deine Idee.
✅ Erstelle einen einfachen Prototyp mit No-Code-Tools.
Warum das funktioniert? Bewegung killt Angst. Eine simple Handlung reicht oft aus, um die mentale Blockade zu brechen. Du musst nicht alles auf einmal schaffen. Ein kleiner Schritt reicht, um Schwung zu bekommen.
Zwischentipp für mehr Mut
Viele kleine Schritte zu wagen und deinen Mut mit kleinen Aktionen zu stärken, das ist auch das Ziel des Brettspiels MUTamorphosis – Deine Reise aus der Komfortzone. Es bietet ein Spielfeld, auf dem du dich recht frei bewegen kannst. Dafür musst du Karten mit Aufgaben ziehen. Aufgaben, für die du oft unbegrenzt lange Zeit hast – aber Mut brauchst.
Zum Beispiel sollst du in MUTamorphosis alte Bekannte, von denen du schon lange nichts mehr gehört hast, kontaktieren oder rückwärts durch die Fußgängerzone laufen. Oder du musst mutig sein und in einem exotischen Restaurant etwas Neues essen.
Einige Aktionen mögen unangenehm und unüberwindbar erscheinen. Aber genau darum geht es: Du musst mutig sein, um deine Ängste und Bedenken zu überwinden. Genau wie beim Sprung in die Selbstständigkeit oder beim Gründen eines Unternehmens!
Schritt 5 | Nutze die 5-Sekunden-Regel
Unser Gehirn ist ein Meister darin, Ausreden zu finden. Sobald du einen Impuls spürst („Ich sollte endlich die Website erstellen“), beginnt dein Verstand, Zweifel zu säen. Hier kommt die 5-Sekunden-Regel ins Spiel: Immer wenn du einen Handlungsimpuls hast, zählst du rückwärts – 5-4-3-2-1 – und handelst sofort. Kein Nachdenken, kein Zögern.
Diese Technik basiert auf der Cognitive Activation Theory. Der Countdown unterbricht den Bremsmechanismus deines Gehirns und aktiviert den präfrontalen Cortex, der für zielgerichtetes Handeln zuständig ist. Studien zeigen, dass diese Methode besonders wirksam ist, um Prokrastination zu überwinden.
Schritt 6 | Baue ein Mut-Netzwerk auf
Mut ist ansteckend. Umgebe dich daher mit Menschen, die bereits handeln. Nicht mit denen, die nur reden. Und suche dir eine Person, die dich unterstützt: einen Mentor oder einen Freund, der selbst gegründet hat.
Wo du solche Menschen findest:
🔷 Lokale Gründer-Meetups (beispielsweise über Meetup.com)
🔷 Online-Communities wie Facebook-Gruppen oder LinkedIn
🔷 Gründerzentren oder Co-Working-Spaces in deiner Stadt
Schritt 7 | Feiere jeden kleinen Schritt
Am Ende jedes Tages fragst du dich: „Was habe ich heute für meine Gründung getan?“ Schreibe es auf, egal wie klein. Denn jeder Erfolg setzt Dopamin frei. Das Motivationshormon gibt dir Energie für den nächsten Schritt.
Beispiele für kleine Erfolge:
💪 Eine wichtige E-Mail geschrieben
💪 Ein unangenehmes Telefonat geführt
💪 Eine Stunde an deinem Businessplan gearbeitet
Fazit
„Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern“ – das ist eine bekannte Weisheit von Henry Ford.
Mut zu zeigen, heißt: nicht zaudern, sondern handeln. Am Ende geht es nicht darum, keine Angst mehr zu haben. Es geht darum, trotz der Angst zu handeln. Jeder Schritt, den du gehst, macht dich mutiger. Jede Aktion bringt dich näher an dein Ziel.
Wage dein Vorhaben. Heute, nicht morgen!
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