Rentabilitätsrechnung kostenlose Vorlage (Bild: Freepik)

Rentabilitätsrechnung: Tipps zur Berechnung [inkl. kostenlose Vorlagen zum Herunterladen]

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Lohnt sich deine Geschäftsidee finanziell? Mit einer Rentabilitätsrechnung verschaffst du dir den Überblick für deine unternehmerischen Entscheidungen. Nutze dafür kostenlose Vorlagen.

Rentabilitätsrechnung für StartUps

Rentiert sich mein Vorhaben? Macht es Sinn, dass ich Energie, Zeit und Geld in ein bestimmtes Projekt investiere? Jeder Unternehmer, ob groß oder klein, sollte sich diese Fragen immer wieder stellen.

Eine Rentabilitätsrechnung ist damit nicht nur was für “die Großen” oder für BWLer. Auch kleinere Unternehmen und StartUps gewinnen damit den Überblick, ob sie mit der selbständigen Arbeit genug Geld verdienen. In der Rentabilitätsrechnung wird hierzu das eingesetzte Kapital ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt.

Die Zusammenhänge kannst du in diesem Video einfach nachvollziehen:

Was ist die Rentabilitätsvorschau?

Die Rentabilitätsvorschau gilt für jedes Unternehmen als wertvoll. Aber gerade deinem StartUp verhilft sie dabei, einen guten Überblick über die Wirtschaftlichkeit deiner eigenen Pläne zu erhalten.

In der Rentabilitätsvorschau stellst du die zu erwartenden Umsätze den zu erwartenden Kosten gegenüber. Damit erhältst du eine finanzielle Übersicht, ob du mit deinem StartUp so viel Geld verdienst, um damit deine betrieblichen und privaten Kosten zu decken und darüber hinaus einen Gewinn zu erzielen. Da diese Erkenntnis für StartUps besonders wichtig ist, stellt die Rentabilitätsvorschau auch ein Teil des Businessplans dar.

Um die Rentabilitäsvorschau erstellen zu können, müssen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie hoch sind die laufende Ausgaben?
  • Wie viel Geld musst du erwirtschaften, um die laufenden Ausgaben zu decken?
  • Wie viel willst oder musst du in die Vorhaben investieren?
  • Wie hoch wird der Umsatz deines Unternehmens in den nächsten drei Jahren ausfallen?

Warum ist Rentabilität so wichtig?

Unternehmen, die auf Dauer nicht rentabel sind, werden sich nicht am Markt behaupten. Die Rentabilität ist eine Kennzahl, mit der zum Beispiel StartUps ihre Geschäftstätigkeit beurteilen können. Auch Banken, Investoren wie Business Angels und Venture-Capital-Geber oder das Finanzamt nutzen die Erkenntnisse aus der Rentabilitätsrechnung, um beispielsweise die Kreditwürdigkeit deines Unternehmens zu bewerten.

Die Rentabilität ist die Kennzahl, mit der du deinen wirtschaftlichen Erfolg einordnest – und das nicht aus dem Bauch heraus, sondern auf Fakten basierend. Andere Größen, etwa die Produktivität oder Wirtschaftlichkeit, sagen hierzu weniger aus.

Die Produktivität zeigt zunächst einmal nur, dass du deiner Geschäftstätigkeit nachkommst und Resultate oder Produkte erzielst. Die Wirtschaftlichkeit gibt wieder, dass bei deiner Unternehmung langfristig keine Verluste entstehen.

Du kannst produktiv und wirtschaftlich arbeiten – rentabel bist du aber damit nicht automatisch. Daher ist es wichtig, dass du deinen wirtschaftlichen Erfolg mittels unterschiedlicher Rentabilitätskennzahlen bewertest.

Wie berechnet man die Rentabilität?

Du kannst drei Arten von Rentabilität unterscheiden:

  • die Gesamtkapitalrentabilität
  • die Eigenkapitalrentabilität
  • die Umsatzrentabilität

Jede Rentabilitätskennzahl ist eine Verhältniskennzahl. Sie setzt also bestimmte finanzielle Größen deines Unternehmens ins Verhältnis zueinander.

Gesamtkapitalrentabilität

Bei der Gesamtkapitalrentabilität setzt du deine Vermögenssteigerungen ins Verhältnis zum Gesamtkapital. Deine Vermögenssteigerungen resultieren aus deinem Jahresergebnis und aus möglichen Fremdkapitalzinsen. Dein Gesamtkapital ist die Summe aus Eigen- und aus Fremdkapital. Die entsprechende Formel lautet demnach:

  • Gesamtkapitalrentabilität = (Jahresergebnis + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital * 100

Eigenkapitalrentabilität

In diesem Fall ist nur dein Eigenkapital relevant. Die Kennzahl verrät dir, mit welchem Prozentsatz dein Eigenkapital gestiegen oder gesunken ist. Aus der entsprechenden Formel von oben “verschwinden” die Fremdkapital-Komponenten und du erhälst die Formel für die Eigenkapitalrentabilität:

  • Eigenkapitalrentabilität = Jahresergebnis / Eigenkapital * 100

Diese Formel wird gerne auch als ROE bezeichnet. Das bedeutet Return on Equity, im Deutschen kennt man sie als Eigenkapitalrentabilität.

Umsatzrentabilität

Eine wichtige Kennzahl für StartUps: Gerade Unternehmen, die sich auf Expansionskurs bewegen, legen ihren Fokus auf wachsende Umsätze. Das ist temporär und insbesondere in der Wachstumsphase als ScaleUp nachvollziehbar.

Wichtig wird es jedoch, auch den Gewinn in den Fokus zu nehmen. Die Umsatzrentabilität setzt den Gewinn zum Umsatz ins Verhältnis. Damit besagt die Kennzahl, wie viel Prozent des Umsatzes als Gewinn verbucht werden.

Die einfache Formel zur Berechnung lautet:

  • Umsatzrentabilität = Gewinn / Umsatz

Erkenntnisse der Rentabilitätsrechnung

Bringt dir dein Unternehmen genug Geld? “Genug Geld” bedeutet in der Rentabilitätsrechnung: Deckt dein Umsatz deine laufenden betrieblichen und privaten Kosten? Und: Erwirtschaftest du damit deinen kalkulierten Gewinn?

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In einer schematischen Darstellung einer Rentabilitätsrechnung kannst du mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  • Lohnt sich dein Vorhaben?
  • Hast du gute Argumente, um Investoren und Banken zu überzeugen?
  • Welche Ziele willst du erreichen?
  • Wie weit liegen deine Pläne und der Ist-Zustand auseinander?

Wann kommt die Rentabilitätsrechnung zum Einsatz?

Am besten ist es, die Rentabilitätsrechnung kommt immer zum Einsatz. Immer bedeutet, dass du jede Idee und jedes Projekt in Bezug auf die Rentabilität überprüfst, um gesunde Entscheidungen für dein Unternehmen zu treffen.

Zu Beginn deiner Selbständigkeit, in der StartUp-Phase, zeigt dir die Rentabilitätsrechnung, inwieweit sich dein Vorhaben lohnen kann. Daher hat die Rentabilitätsrechnung auch ihren festen Platz in deinem Businessplan. Hast du dich mit deinem Business schon fester etabliert und schmiedest Pläne du für eine Expansion, so hilft dir die eine vorausschauende Rentabilitätsrechnung. Mit den Erkenntnissen kannst du Alternativen besser abwägen und knappe Ressourcen (Zeit, Manpower, Geld) dorthin lenken, wo sie den größten Output für dich versprechen.

Eine kontinuierliche Rentabilitätsrechnung hilft dir darüber hinaus, dich und deinen finanziellen Erfolg im Zeitablauf zu vergleichen. Du erkennst anhand von Rentabilitätskennzahlen:

  • wie sich dein wirtschaftlicher Erfolg entwickelt
  • ob dir deine Selbständigkeit sukzessive neue Perspektiven bietet
  • ob du still stehst oder deine Erfolge sogar rückläufig sind.

Hörtipp: Wie lassen sich steigende Produktionskosten senken, um die Rentabilität zu erhöhen? Die Antworten kriegst du im StartUpWissen Podcast.

Die Rentabilitätsrechnung im Businessplan

Dein Businessplan nimmt das große Ganze in den Blick. Die Finanzplanung gilt hierbei als ein Bestandteil. Sie beinhaltet:

  • Gründungskosten und Investitionen
  • Laufende Kosten
  • Kapitalbedarf
  • Rentabilitätsberechnung
  • Finanzierung des Kapitalbedarfs

Die Rentabilitätsrechnung ist damit in einen größeren Gesamtkontext eingebunden. Isoliert betrachtet dient sie der Erkenntnis, ob sich dein Vorhaben wirtschaftlich lohnt.

Rentabilitätsrechnung vs. Ertragsvorschau

Unabhängig davon, welche Art der Rentabilität du für dein Unternehmen betrachtest: Es handelt sich hierbei um eine Kennzahl, die in Prozent angegeben wird. Das bringen auch die oben genannte Formeln zum Ausdruck.

Zur Ermittlung der Gesamtkapital- und der Eigenkapitalrentabilität benötigst du jeweils deine prognostizierten Erträge. Die Ertragsvorschau ist somit notwendig, um auf der Grundlage die Rentabilität deines Unternehmens zu ermitteln. Die Erträge werden dann ins Verhältnis zum Gesamt- bzw. zum Eigenkapital gesetzt, um einen prozentualen Wert zu erhalten.

In der Ertragsvorschau stellst du deine Erträge und deine Aufwendungen gegenüber. Erträge sind insbesondere dein Umsatz, den du für die kommenden Jahre prognostizierst. Auch mögliche Zinserträge sind hier hinzuzurechnen. Bei deinen Aufwendungen, sind sowohl jene zu berücksichtigen, die sich durch den Betrieb deines Unternehmens ergeben als auch jene, die deinem kalkulatorischen Unternehmerlohn zuzurechnen sind.

Aufwendungen sind zum Beispiel:

  • Materialaufwand
  • Personalaufwand
  • Abschreibungen
  • Raum- und Gebäudeaufwand (bspw. Mieten)
  • Zinsaufwendungen
  • Steuern (Gewerbesteuer, Einkommens- oder Körperschaftssteuer)

Zur Ermittlung deines kalkulatorischen Unternehmerlohns berücksichtige:

  • Wohnungskosten
  • Lebenshaltungskosten (Kleidung, Lebensmittel)
  • Kosten für ein privates Fahrzeug
  • Private Versicherungen (bspw. Krankenversicherung, Rentenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung)
  • Private Rücklagen

Das alles ist Bestandteil deiner Ertragsvorschau. Diese nutzt du dann wiederum, um auf dieser Basis die entsprechende Rentabilität zu kalkulieren.

Kostenlose Vorlagen zur Rentabilitätsrechnung

Berechnung der Rentabilität - Kostenlose Vorlage (Bild: BMWi)

Bist du nun etwas unsicher? Keine Angst. Ermittle die Rentabilität deines StartUps einfach mithilfe einer dieser kostenlosen Vorlagen:

  • Rentabilitätsvorschau: Die Vorlage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hat ein Gratis-Muster im Angebot. Du kannst es direkt online ausfüllen und als PDF speichern.
  • Eine Drei-Jahres-Ertragsvorschau in Excel stellt die IHK Schleswig Holstein als kostenlosen Download bereit.
  • Sie hat auch einen Muster-Ertragsplan zum Herunterladen in petto.
  • Ebenfalls kostenlos als Download: Der Rentabilitätsplan für drei Jahre, bereitgestellt von Bildungsbibel.de. Anders als die vorher genannten Beispiele ist in dieser Excel-Vorlage das erste Jahr schon einmal ausgefüllt. Das wird mit deinem Business und deinen Zahlen sicher nichts zu tun haben, ist aber eine hilfreiche Übersicht.

Rentabilitätsrechnung: Was solltest du beachten?

Eine Rentabilitätsrechnung gilt als ein Blick in die Zukunft und ist damit auch immer ein leichter Blick in die Glaskugel. Einige Grundsätze helfen dir, dass deine Rentabilitätsrechnung dennoch gesunden unternehmerischen Entscheidungen dient:

  • Schätze Kosten und Erträge realistisch und nach dem Vorsichtsprinzip: Kalkuliere die Kosten im Zweifel höher und die Erträge niedriger.
  • Berücksichtige alle Kosten: Miete, Versicherungen, Personalkosten und so weiter. Die Fleißarbeit lohnt sich, weil die einmal zusammengetragenen Zahlen die Basis für die Kostenermittlung der nachfolgenden Monate und Jahre bilden.
  • Personalkosten sind nicht nur Gehälter. Auch Abgaben zur Sozialversicherungen und weitere Bestandteile, etwa eine betriebliche Altersvorsorge, solltest du berücksichtigen.
  • Kreditzinsen und -Tilgungen, zum Beispiel für Kredite von Anfangsinvestitionen, bedienst du aus den Erträgen. Berücksichtige sie also in deiner Kalkulation.

Fazit

Die Rentabilitätsrechnungen hilft dir, dich, deine Idee und dein Vorhaben gut einzuschätzen und zu versachlichen. Nutze die Chance, die in der gründlichen Ausarbeitung steckt! Weißt du um die Rentabilität deiner Unternehmung Bescheid und fällt sie positiv aus, lassen sich wichtige Partner wie Banken und andere Geldgeber leichter finden und überzeugen.

Wichtig ist, dass du fortwährend eine Rentabilitätsrechnung vornimmst. Nur so siehst du sauber, ob sich deine Selbstständigkeit bzw. dein StartUp wirklich lohnt. Tust du das nicht, agierst du blind – und steuerst im schlimmsten Fall schnell auf eine Firmenpleite zu.

Bild: Freepik

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