StartUp-Idee finden (Bild: Freepik)

Eine passende StartUp-Idee finden: 10 Schritte, wie du strukturiert vorgehen solltest

  • Letztes Update:7 Monaten 
  • Lesezeit:9Minuten

Wie kannst du Ideen für ein StartUp finden? Und was solltest du bei der Umsetzung bedenken? Hier erfährst du es.

Ein Gastbeitrag von Dr. Catharina Hofmeister / Ideacheck

Grundlegende Tipps: So findest du eine StartUp-Idee

Du möchtest dich selbstständig machen? Du willst ein innovatives Unternehmen gründen und damit durchstarten? Eine sehr gutes Vorhaben. Doch lege nicht einfach irgendwie los!

Einer der ersten aber wichtigsten Schritte auf dem Weg zum eigenen StartUp ist die Suche nach einer passenden Geschäftsidee, auf der du dein Business aufbauen kannst

Hier sind zehn Tipps, wie du nicht nur irgendeine, sondern vor allem auch eine gute Geschäftsidee findest.

Schritt 1 | Ziel definieren

Was ist überhaupt eine gute Idee für ein StartUp? Die Antwort auf diese Frage fällt für jeden Gründer unterschiedlich aus. Um zu erkennen, ob eine Idee zu den eigenen Vorstellungen und Wünschen passt, musst du dir zunächst über deine Ziele klar werden.

Dazu solltest du dir die folgenden Fragen stellen:

  • Soll das Startup eher als Hobby geführt werden? Zum Beispiel indem du selbst kreierte Gegenstände auf Online-Plattformen verkaufst?
  • Soll es zunächst ein Teilzeit-Business sein, dass eventuell auf lange Sicht eine Vollzeit-Beschäftigung werden kann? B
  • Soll dein StartUp ein Vollzeit-Business sein, bei dem Banken und Risikokapitalgeber mit an Bord hast?
  • Soll es ein großes, Cashflow positives Business sein? Soll deine Firma ein sogenanntes Hypergrowth-StartUp werden, das wie eine Rakete abgeht?

Wie die Beispiele zeigen, unterscheiden sich die jeweils passenden Grundlagen stark voneinander. Es gibt hier keine bessere oder schlechtere Variante. Dein Wunsch und deine StartUp-Idee muss in allererster Linie zu dir als Gründer passen.

Und du solltest deine Ziele nach der SMART-Methode definieren. Das heißt: Setze dir motivierende, realistische und zeitlich terminierte Vorgaben.

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Schritt 2 | Stärken und Leidenschaften finden

Ein guter Startpunkt für die Suche nach einer passenden Geschäftsidee sind die eigenen Hobbies und Interessen. Immerhin willst du eine StartUp-Idee finden, mit der du wahrscheinlich umfassend und langfristig beschäftigen möchtest – oder?

Da kann es nicht schaden, wenn du ein ehrliches und ernsthaftes Interesse an einem Thema hast. Außerdem ist in diesem Fall die Wahrscheinlichkeit groß, dass du in diesem Bereich bereits einige tiefergehende Fähigkeiten und Kenntnisse hast.

Mit diesem Fachwissen ist es leichter, eine wirklich relevante Lösung für ein Problem zu entwickeln und erfolgreich zu sein. Daher solltest du als angehender Gründer dich fragen:

  • „Wofür habe ich eine besondere Leidenschaft?“
  • „In welchen Bereichen liegen meine besonderen Stärken?“

Schritt 3 | Kreativ sein

Auf eine Geschäftsidee zu kommen, ist zu einem großen Teil ein kreativer Prozess. Du kannst hierfür Kreativitätstechniken wie Design Thinking oder Lego Serious Play nutzen. Sie helfen dir dabei, deine Gedanken in Schwung zu bringen.

Am besten informierst du dich über verschiedene Techniken zur Ideenfindung. Und stelle dir auch hier wieder Fragen. Zum Beispiel:

  • Bist du eher ein Mensch, der alleine seine StartUp-Ideen finden möchte?
  • Oder bevorzugst du kreative Sessions im Team?

Schaue, welche Möglichkeiten dich besonders ansprechen. Doch vergesse nie, dass du im ganzen Prozess Feedback von außen einholen solltest – egal, ob du ein Teamplayer bist oder eher nicht.


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Schritt 4 | Analysiere deine Umwelt

Um Gründer zu werden, sollte man sich angewöhnen, wie ein Gründer zu denken und zu handeln (Lesetipp: „Diese Eigenschaften zeichnen Gründer aus„). Gehe mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag, um Gelegenheiten für Geschäftsideen zu erkennen.

Sich mit einem Stift und Papier an den Schreibtisch zu setzen, um StartUp-Ideen zu notieren, führt selten zu Ideen, die ein reelles Problem lösen. Stattdessen solltest du beobachten, wie Dinge im Moment funktionieren und dir dann überlegen, was dabei noch fehlt oder wie man es besser machen könnte – am besten jeden Tag und zu jedem Zeitpunkt.

Klar, das ist sicher nichts, was du von heute auf morgen erreichst. Vielmehr handelt es sich um einen Prozess. Du kannst dir aber vornehmen, von nun an jede Idee zu notieren, die dir in den Kopf kommt. Du wirst fortan deine Umwelt ganz anders wahrnehmen und irgendwann sinnbildlich an jeder Ecke eine neue StartUp-Idee finden.

Ebenso solltest du Methoden wie das Systematic Inventive Thinking (SIT) anwenden, um bestehende Produkte durch eine besondere Denkweise radikal zu verändern. Wie die SIT-Methode funktioniert, erklärt dir ein Professor in dieser Podcast-Episode:

Schritt 5 | Frage nach Problemen

An den vierten Schritt, seine Umwelt aufmerksam zu betrachten, schließt sich an, mit Personen in der eigenen Umgebung zu sprechen. Auch wenn jemand selbst nicht gerade auf der Suche nach einem Geschäftsmodell ist, kann er oder sie eine gute Quelle für das Finden einer StartUp-Idee sein.

In diesem Schritt musst du viel kommunizieren und solltest Fragen wie „Was für ein Produkt oder eine Dienstleistung würdest du dir wünschen?“ stellen. Oder frage so: „Was war ein großes Problem, auf das du in letzter Zeit gestoßen bist?“

Deine Aufgabe ist es dann, von den gegebenen Antworten eine oder mehrere mögliche Lösung abzuleiten. Das gelingt dir unter anderem mit der sehr guten Jobs To Be Done (JTBD)-Methode.

Schritt 6 | Schreibe deine Ideen auf

Wenn du mit den vorhergehenden Schritten eine Liste an möglichen Geschäftsideen gesammelt hast, solltest du für jede Idee das zu lösende Problem und die erdachte Lösung in zwei bis drei Sätzen beschreiben. Dieser Schritt mag im ersten Moment überflüssig klingen. Er ist aber sehr wichtig, um eine gute StartUp-Idee von einem eher durchschnittlichen Geistesblitz zu unterscheiden.

Denn: Eine gute Idee löst ein klar definierbares Problem. Außerdem sollte die Beschreibung der Lösung im Idealfall ein Alleinstellungsmerkmal (USP, Unique Selling Proposition) beinhalten. Also etwas, was die eigene Idee besonders macht und sie sich von möglichen Wettbewerbern absetzt.

Arbeite also ein Alleinstellungsmerkmal und einen Mehrwert heraus. Das ist wichtig, um die ultimative StartUp-Idee zu finden. Und das Vorgehen hilft dir, die Fragen von Geldgebern (beispielsweise Banken oder Business Angels) direkt beantworten zu können. Denn diese möchten schnellstmöglich herausfinden, ob ihr Geld gut angelegt ist.

Die Ausformulierung der Idee und des ersten Geschäftskonzeptes sollte zusätzlich über das Business Model Canvas erfolgen. Damit schaust du mit einem weiteren Blickwinkel auf dein potentielles Geschäftsmodell.

Schritt 7 | Hole dir ehrliches Feedback ein

Feedback ist extrem wichtig, besonders wenn es von potentiellen Kunden stammt! Wichtig ist hierbei, dass du tatsächlich Personen aus der Zielgruppe findest, die du mit deiner StartUp-Idee ansprechen möchtest. Die eigenen Freunde und Bekannten gehören oft nicht dazu. Sie können somit keine hilfreichen Informationen liefern.

Außerdem gibt es Studien, die zeigen, dass ein so genannter „Interviewer Bias“ mit im Spiel ist, wenn man Verwandte oder Freunde nach ihrer Meinung fragt. Das heißt, Freunde bewerten deine Ideen positiver, als wenn sie von einem Fremden stammen würden.

In diesem Schritt ist es wichtig, keine Angst vor kritischen Meinungen zu haben. Im Gegenteil: Solche Meinungen können dich vor Fehlern bewahren und den Fokus deines Konzeptes schärfen. Die „rosarote Brille“ gibt es nämlich nicht nur in der Liebe, sondern auch bei der Findung von guten StartUp-Ideen

Gerade zu Beginn solltest du versuchen, auf so viele Hindernisse und Herausforderungen wie möglich aufmerksam zu werden. Entweder findest du schon früh Lösungen für diese Probleme oder du verwirfst die entsprechenden Ideen. Hier gilt: Je früher, desto besser. Ansonsten verbrennst du unnötig Zeit, Geld und Energie .

Schritt 8 | Know-how vorhanden?

In den vorherigen Schritten ging es vor allem darum, eine Idee zu identifizieren, die eine relevante Lösung zu einem tatsächlich vorhandenen Problem darstellt. Es gibt aber auch einige harte Fakten, die für die Entscheidung wichtig sind, ob du eine gute StartUp-Ideen gefunden hast.

Ein relevanter Aspekt ist das fachliche Wissen, das benötigt wird, um dein Vorhaben umzusetzen. Selbstverständlich kann man Wissen und Expertise von außen einkaufen. Dies macht allerdings die Umsetzung einer Geschäftsidee ungleich teurer und komplexer. Du solltest dir gut überlegen, ob du dazu bereit bist!

Auch rechtliche Bestimmungen solltest du in diesem Schritt beachten. Du machst dir das Leben unnötig schwer, wenn du an der Umsetzung einer Idee arbeitest, die beispielsweise aufgrund juristischer Hürden nicht umgesetzt werden kann.

Wenn dir also eine Idee theoretisch sinnvoll erscheint, solltest du immer checken, ob die Umsetzung realistisch machbar ist. Und du solltest auch klären, ob du auch die richtige Person bist, um sie umzusetzen.

Schritt 9 | Marketing nicht vergessen!

Bereits während der Ideenfindung solltest du dir Gedanken über die Vermarktung des Produkts oder der Dienstleistung machen! Dieser Schritt ist elementar wichtig, deswegen taucht er in diesem Ratgeber über die Ideenfindung auf.

Denn: Kunden zu gewinnen ist so essenziell für den Erfolg deines Unternehmens, dass du so früh wie möglich Marketing-Aspekte in deine Ideenfindung mit einbeziehen musst. Es besteht sonst die Gefahr, dass du mit einer fertigen Lösung dastehst, aber gar nicht weißt, wie du potentielle Kunden darauf aufmerksam machen kannst.

Es gibt sogar immer wieder den Ratschlag, Marketing-Aktionen bereits durchzuführen, bevor dein Produkt oder deine Dienstleistung fertig ist. Klingt komisch? Ist es aber nicht! Mit dem sogenannte Pretotyping kannst du herausfinden, ob deine vermeintlich geniale StartUp-Idee wirklich bei deiner Zielgruppe ankommt.

Bei dieser Maßnahme tust du nur so, als wäre deine Idee komplett ausgereift und fertig. Du setzt dafür einen simplen Prototypen oder ein MVP (Minimum Viable Product) um. Was das bringt, erfährst du in diesem „Podcast-Quickie“:

Schritt 10 | Denke ans Geschäftsmodell

Der letzte – aber sicher nicht unwichtigste – Schritt ist, bereits von Anfang an klar vor Augen zu haben, wie du mit einer bestimmten Idee Geld verdienen kannst. Denn ohne Absatz und Umsatz betreibst du kein Unternehmen, sondern gehst einer Liebhaberei oder einem Hobby nach.

Erarbeite deshalb ein Geschäftsmodell und halte das in einem Businessplan fest. Merkst du dabei, dass dein Vorhaben niemals richtig profitabel werden kann, solltest du dir eine neue StartUp-Idee suchen. Ansonsten verrennst du dich in einer Vision, die aber deinen Lebensunterhalt schwer bis gar nicht finanzieren kann. Willst du das? Sicherlich nicht.

Fazit

Leider gibt es kein „Kochrezept“ für ein perfektes Geschäftsmodell. Doch du kannst schrittweise eine StartUp-Idee finden und sukzessive daran feilen. Handle dabei nicht aus dem Bauch heraus, sondern gehe professionell vor. Wende zum Beispiel verschiedene Kreativitätstechniken an, hole dir Feedback ein und entwickle erste Prototypen.

Einer der wichtigsten Aspekte ist sicher, dass die Idee zu dir und deinem Gründungsteam passen sollte. Wenn du die eigenen Stärken und Schwächen kennst und diese in der Suche nach einer StartUp-Idee berücksichtigst, erhöht dies deutlich die Chancen, erfolgreich zu sein.


Über die Autorin 

ideacheck-Catharina_HofmeisCatharina ist Gründerin von IdeaCheck.io, einer Plattform zur Ideenvalidierung. Gründer können hier ihre Ideen von ihrer Zielgruppe bewerten lassen. IdeaCheck kümmert sich um die Erstellung eines wissenschaftlich validierten Fragebogens und um die Sammlung von Antworten. Der Ergebnisbericht enthält zusätzlich zu individuellem Feedback der Teilnehmer ein Benchmarking, welches die Bewertung der Idee mit allen anderen Ideen, die bereits von IdeaCheck bewertet wurden, vergleicht. Der Gründer erhält dadurch eine Einschätzung, wie gut seine Idee im Vergleich zu anderen Ideen abschneidet.


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Bild: Pixabay

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