10X Thinking - Moonshot Thinking - 10X DNA (Bild: Freepik)

Was bedeutet eigentlich … 10X Thinking und Moonshot Thinking? Was ist die 10X DNA?

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Rocketscience für Unternehmen: Echte Entrepreneure und StartUp-Gründer zeichnet aus, dass sie nach der „10X Thinking“- bzw. „Moonshot Thinking“-Methode vorgehen. Das steckt dahinter.

Die meisten Unternehmen sind keine StartUps

Viele junge Unternehmen nennen sich StartUp. Verständlich, der Begriff klingt cool und innovativ. Leider wird er viel zu oft verwendet – und meist auch vollkommen unpassend.

Denn sind wir mal ehrlich: Die meisten sogenannten StartUps sind gar keine echten StartUps! Es sind recht gewöhnliche, frisch gegründete Unternehmen mit einer guten Idee. Nicht mehr. In unserem Beitrag “Was bedeutet eigentlich … StartUp?” erklären wir genauer, was StartUps von anderen Firmen unterscheidet.

Eine Besonderheit, die echte StartUps auszeichnet, ist das Vorhaben, möglichst schnell zu wachsen. Hat ein StartUp seine ersten „Geburtswehen“ überwunden und fokussiert es sich auf das Wachstum, spricht man von ScaleUp.

Die Skalierung wird meist durch innovative Wege gemeistert. Ein Unternehmen, das diesen Spirit immer noch in sich trägt, ist Google. Bei Google gibt es das Credo “10X Thinking”. Dieses wird auch als “Moonshot Thinking” bezeichnet.

Von der Disruption zum 10X Thinking

Jedes Unternehmen will wachsen. Ein Stillstand bedeutet im Kapitalismus einen Rückschritt. Gerade StartUps, die noch neu auf dem Markt sind, müssen wachsen, um überleben zu können.

Nicht nur das: Wahre Entrepreneure möchten mit ihren Ideen und Visionen die Welt verändern. Sie arbeiten stets daran – dem Kaizen folgend – jeden Tag besser zu werden, möglichst mit großen Schritten.

Um ihre Visionen erfüllen zu können, müssen die Entrepreneure radikale Veränderungen anstoßen. Derartige radikale Veränderungen nennt man Disruptionen. Eine Disruption bricht bestehende Strukturen auf und stellt sie auf den Kopf.

Zum Beispiel machte Netflix das Brennen von DVDs und die Auslieferung an den Einzelhandel obsolet. Das Videostreaming-StartUp veränderte den Video-Markt und sorgte dafür, dass unter anderem ein Videotheken-Sterben einsetzte. Und dank seiner digitalen Technologie (die Filme bestehen ja nur aus Bits und Bytes) konnte Netflix sein Business skalieren.

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Was ist 10X Thinking bzw. Moonshot Thinking?

Extrem große Veränderungen und extrem großes Wachstum: Darum geht es bei Googles 10X Thinking. Das bedeutet, das Ziel eines StartUps muss es sein, nicht nur um 10 Prozent zu wachsen – sondern um das 10-fache! Daher der Begriff 10X.

Es reicht nicht, wenn ein Unternehmen sich vornimmt, dass es im nächsten Jahr oder Jahrzent um 10 Prozent wächst, dass sein Produkt 10 Prozent schneller wird oder um 10 Prozent effizienter. Eine solche Steigerung ist zwar ein großer Fortschritt, doch sie ist nicht genug!

StartUps, die nach 10X vorgehen, streben kein lineares, sondern ein exponentielles Wachstum an. Exponentielles Wachstum können wir Menschen uns teilweise nur schwer vorstellen. Denn die Kurve fängt flach an, wird aber dann rasch sehr steil. Das kennt man aus der Virologie: Ein Beispiel war die rasante Verbreitung des Corona-Virus’ rund um den Globus.

Was bringt das 10X Thinking mit sich?

Wenn ein Unternehmen sich vornimmt, in einem Bereich oder insgesamt um den Faktor 10 zu wachsen, benötigt es zuerst eine wichtige Basis: ein radikal neues Denken. Das passende 10X-Mindset ist das A und O.

Nur wenn ein Gründer oder ein Geschäftsführer und sein Team an die große Vision glauben, haben sie auch die Motivation und Energie, das Vorhaben zu meistern. Sätze wie “Das geht nicht, weil…” oder “Das ist doch verrückt!” sind tabu. Es gilt, stets offen für Neues und auch scheinbar Verrücktes zu sein. Nur so können echte Innovationen und Disruptionen entstehen.

Um Innovationen zu fördern, gibt es verschiedene Frameworks. Dazu gehört unter anderem die SIT-Methode.

Was bedeutet Moonshot Thinking?

Googles 10X Thinking wird auch Moonshot Thinking bezeichnet, weil die Denkweise mit dem Traum von J.F. Kennedy in Verbindung gebracht wird. Der ehemalige US-Präsident hatte das hohe Ziel, Menschen auf den Mond zu schießen. Ein wahnsinnig kompliziertes und komplexes Vorhaben. Doch es gelang, weil viele kluge Köpfe nicht aufgaben, sondern hart an der Umsetzung arbeiteten.

Ohne Moonshot Thinking wäre die Menschheit nicht 1969 auf dem Mond gelandet, sondern vielleicht erst zehn Jahre später. Oder 20 Jahre später. Oder vielleicht bis heute nicht.

Nur wenn man den festen Willen und auch die finanziellen Mittel hat, können der Flug zum Mond und andere visionäre Vorstellungen gelingen.

Vom Moonshot Thinking zum Mars Shot Thinking

Auf dem Mond waren schon einige Astronauten. Nun gilt es, das nächste Ziel anzupeilen: den Mars. Der Rote Planet steht schon lange auf der Liste der Planeten, den die Raumfahrtbehörden mit Menschen “erobern” möchten. Doch es gelang ihnen bislang nicht.

Doch das Ziel rückt in greifbare Nähe – wegen eines Entrepreneurs. Elon Musk hat sich vorgenommen, zuerst den Mars und dann das ganze Sonnensystem zu besiedeln. Und das in absehbarer Zeit.

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Um diese Vision wahr werden zu lassen, entwickelte er mit seiner Firma Space X verschieden Raketensysteme, die leistungsstarker und kostengünstiger als die der NASA sind. Damit wird die Raumfahrt günstiger und effizienter.

Aus dem einstigen Moonshot Thinking wurde mittlerweile das Mars Shot Thinking (auch Marsshot Thinking geschrieben).

Was braucht es für das Moonshot Thinking?

Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin haben mit ihrer Suchmaschine die Grundlage für ein Tech-Imperium gelegt, das keinen Stillstand kennt. Dafür benötigt es Innovationskraft und jede Menge “Spielgeld”. Das erhält unter anderem die Schwesterfirma Google X, die sich mit mehreren zukunftsträchtigen Ideen beschäftigt.

Der Leiter von Google X ist Astro Teller. Er und sein Team agieren nach dem Moonshot Thinking. Dafür gibt es drei grundlegende Punkte:

  • Eine Verbesserung um 10X ist das Ziel, nicht weniger.
  • Nur 1 Prozent der Projekte wird Erfolg haben – das ist in Ordnung.
  • Ein Unternehmen muss Experimente ermöglichen und ermutigen.
  • Dinge werden nach dem First Principle Thinking hinterfragt.
  • Und was es auch braucht: Das Glauben an den rasanten, technologischen Fortschritt.

Ein Beispiel für die Anwendung von 10X Thinking

Im Jahr 1985 legte man für eine 20 Megabyte (MB) große Festplatte rund 2.000 US-Dollar auf den Tisch. Ein Gigabyte (GB) kostete umgerechnet über 100.000 Dollar. Heute zahlt man für eine 1 Terabyte (TB) große Festplatte – das sind 1.000 GB oder 1.000.000 MB – rund 50 Dollar. Das sind die Preise für Endkunden! Im Geschäftskundensegment und bei massenhafter Abnahme kommt man auf nur einen Bruchteil der Kosten.

Innerhalb der letzten Jahrzehnte gab es einen exponentiellen Preisverlust bei Festplattenspeicher. Was bedeutet das? Hätte ein StartUp-Gründer selbst vor 20 Jahren von einem Cloudspeicher für die Massen geträumt, wäre das Konzept von Controllern zerrissen worden. Zu teuer! Zumindest, wenn man nur die damaligen Preise in Betracht zog.

Doch ein Entrepreneur, der das 10X Thinking verinnerlicht hat, weiß: Besonders im Technologie-Sektor gibt es in manchen Bereichen ein exponentielles Wachstum bzw. einen exponentiellen Rückgang!

Heute sind Cloudspeicher etwas vollkommen Normales, teilweise werden Sie sogar kostenlos angeboten. Und parallel zu der Speichertechnologie entwickelten sich auch andere Innovationen weiter. Dazu gehören unter anderem die Verbreitung und die Geschwindigkeit der Internetanschlüsse.

10X Thinking gibt es selten alleine

Die Conclusio aus dem Beispiel: Als 10X-Entrepreneur darf man nie nur alleine den Status Quo betrachten. Es ist davon auszugehen, dass es gewaltige Fortschritte gibt – und das meist in verschiedenen Bereichen, die sich gegenseitig beeinflussen.

Wer beispielsweise zum Mars fliegen will, kann davon ausgehen, dass sich nicht nur eine Technologie weiter entwickelt. Eine immer bessere Künstliche Intelligenz (KI) hilft beispielsweise bei der Erforschung besserer Antriebe, bei der Entwicklung leistungsstärkerer Computer, bei der Berechnung effektiverer Flugbahnen, bei der Steuerung der Raumschiffe, bei der Betreuung der Raumschiff-Besatzung und beim Aufbau der Marskolonie-Basen.

Auch die Versorgung der Astronauten mit Strom und Wasser – besonders auf dem unwirtlichen Planeten – wird in zehn Jahren sicherlich deutlich besser sein, als es heute möglich ist.

Was ist die 10X DNA?

10xDNA: Das Mindset der Zukunft* ist nach Startup-DNA* das zweite Bestseller-Buch von Frank Thelen. Hier geht es um autonom fahrende Autos, Flugtaxis, 3D-Printing und andere disruptive Technologien. Eben um Technologien, welche das 10X-Thinking in ihrer DNA tragen.

Der deutsche “Tech-Papst” erklärt nicht nur die Konzepte hinter den Innovationen und Disruptionen, sondern auch den Antrieb der Erfinder. Zudem gibt er Tipps, wie die Leser selbst ins 10X Thinking kommen können. Dazu zitiert er unter anderem berühmte Persönlichkeiten, beispielsweise den Eishockey-Spieler Walter Gretzky (“Du musst dahin skaten, wo der Puck hinfliegt. Nicht dahin, wo der Puck gerade ist.”).

10X DNA steht nur nicht für das Buch von Frank Thelen, sondern auch für seine gleichnamigen Public Venture Capital Fonds. Das Kapital investieren er und andere Geldgeber in StartUps und etablierte Unternehmen, welche 10X-Thinking. bzw. Moonshot-Thinking-Technologien entwickeln oder anbieten. 

Fazit

Was haben Vordenker wie Elon Musk, Frank Thelen und auch die Google-Gründer gemeinsam? Sie verfolgen große Träume. Anstatt nur kleine Dinge zu verbessern, zeichnet sie eine große Vision aus. Eben das 10X Thinking oder Moonshot Thinking, welches Frank Thelen als 10X DNA bezeichnet.

Selbstverständlich kann nicht jedes StartUp alle Punkte voll erfüllen. Denn kaum ein Unternehmen hat die Mittel, dass 99% der Projekte floppen dürfen. Nichtsdestotrotz sollte es das Ziel haben, eine große Vision zu verfolgen.

Um diese Vision realisieren zu können, müssen viele kleine Schritte – die Microsteps – gegangen werden. Das ist das Alltagsgeschäft. Das harte Business, der tägliche Kampf.

Hinweis: Weitere Fachbegriffe-Erklärungen findest du in unserer Rubrik „Was bedeutet… ?“ und in unserem StartUp-Glossar.


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Bild: Freepik

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