Burnout Prävention (Bild: Freepik)

Selbstfürsorge als Schlüssel zu deinem Erfolg: Wie Burnout-Prävention für Gründer funktioniert

  • Letztes Update:3 Wochen 
  • Lesezeit:8Minuten

Hier erfährst du, was im Gründer- und StartUp-Arbeitsalltag zu Burnout führen kann. Und du lernst, wie du die Fallen erkennst und vermeidest.

Ein Gastbeitrag von Christian Asperger

Überarbeitung und mangelnde Work-Life-Balance

Wer ein StartUp gründet, investiert oftmals alles, was er hat in seine Business-Idee: Zeit, Geld, Energie und Herzblut. Da ist es wenig überraschend, dass Gründer in der heißen StartUp-Phase ihre persönlichen Bedürfnisse und sozialen Beziehungen zurückfahren und alle Aufmerksamkeit auf ihre Geschäftsidee fokussieren.

Der innere Drive, der anfangs überhaupt die Initialzündung war in die Selbständigkeit zu gehen, kann schnell das Gefühl ständig „on“ sein zu müssen mitbringen. Kennst du das? Dann weißt du auch: Wird das zum Dauerzustand, sind chronische Erschöpfung und Stress oft nicht mehr weit.

Wie man die Falle erkennt

👉 Lange Arbeitszeiten
Häufiges Arbeiten bis spät in die Nacht, wenig bis keine Erholungspausen und ebenso stark durchgetaktete Wochenenden sind ein klares Anzeichen dafür, dass du auf eine Erschöpfung zusteuerst. Wenn du dich immer wieder dabei erwischst, dass du deine Ruhephasen streichst, um mehr arbeiten zu können, bewegst du dich auf gefährlichem Terrain.

👉 Ständige Erreichbarkeit
Das Gefühl, nie abschalten zu können und immer erreichbar sein zu müssen, führt zu einem permanenten Spannungszustand.

👉 Vernachlässigung persönlicher Beziehungen
Wenn Freunde und Familie zunehmend auf der Strecke bleiben und du soziale Aktivitäten immer öfter absagst, dann kann dies ein Zeichen dafür sein, dass etwas in deinem Leben aus der Balance geraten ist.

Wie man die Falle umgeht

✅ Arbeitszeiten festlegen
Definiere klare Zeitfenster, in denen du dich vollkommen auf dein Unternehmen konzentrierst und fokussiert arbeitest. Alle anderen Zeitblöcke sind regelmäßigen Pausen bzw. dem Feierabend gewidmet.

✅ Regeneration einplanen
Überlege dir, welche Dinge dir helfen, den Kopf freizubekommen und dich zu erholen. Das können sportliche Aktivitäten sein, Treffen mit Freunden, Zeit mit der Familie, Entspannungstechniken oder ungestörte Momente alleine.

Wichtig: diese Zeitfenster verdienen denselben Platz auf der Wichtigkeitsskala wie deine beruflichen Termine. Denn du investierst in dein Wohlbefinden, um leistungsfähig zu bleiben, was wiederum natürlich auch deinem Business zugutekommt!

✅ Delegieren lernen
Du hast ein Gründerteam? Wunderbar, dann könnt ihr Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Du bist Einzelunternehmer? Überlege dir, ob und in welcher Form dich dein direktes Umfeld unterstützen kann bzw. welche Tätigkeiten du sinnvollerweise abgeben bzw. outsourcen kannst.

Der finanzielle Aufwand dahinter mag anfangs abschrecken, ist aber letztlich ein Investment in dein Geschäft. Es setzt mehr von jenen Ressourcen (Kreativität, Networking etc.) frei, die du für die Weiterentwicklung deines Unternehmens dringend brauchst.

Perfektionismus und hohe Erwartungen

Wer sich auf den spannenden Weg macht, ein eigenes Unternehmen zu gründen, verfolgt hochgesteckte Ziele und eine Vision, auf die mit großer Leidenschaft hingearbeitet wird. Klar, denn sonst würde man sich erst gar nicht auf diese Reise begeben.

Jedoch ist es oftmals so, dass hohe Ambition von hohem Druck begleitet wird. Eine Kombination, die schnell zu Überforderung und Selbstzweifeln führen kann.

Wie man die Falle erkennt

👉 Unzufriedenheit trotz guter Ergebnisse
Wenn du selbst mit objektiv (sehr) guten Ergebnissen unzufrieden bist, dann bist du in die Perfektionismus-Falle getappt.

👉 Unnötiges Mikromanagement
Wenn du dazu neigst, alles selbst zu kontrollieren und dich in Details zu verlieren, anstatt deinem Team zu vertrauen, belastest du dich unnötig.

👉 Fehlende Anerkennung von Erfolgen
Wenn du Schwierigkeiten hast, Erfolge zu feiern, weil du schon auf den nächsten Meilenstein hinarbeitest, wirst du über kurz oder lang zu erschöpft sein, um deine nächsten Etappenziele zu feiern.

Wie man die Falle umgeht

✅ Realistische Ziele setzen
Dein Unternehmen ist vielleicht nicht sofort profitabel oder als Unicorn eingestuft. Muss es auch nicht! Du befindest dich in einem Lernprozess und dazu gehören auch Rückschläge. Setze daher realistische und erreichbare Ziele und erkenne, dass Perfektion nicht immer ein Erfolgskriterium ist.

✅ Fehler akzeptieren
In deiner Unternehmer-Karriere wird es immer wieder Momente oder Entscheidungen geben, die sich im Nachhinein als Fehler entpuppen. Auch das gehört dazu und ist für deinen persönlichen Lernprozess ungemein wichtig. Versuche nicht den Fehler allein zu sehen, sondern die Chancen, die sich dahinter verbergen.

✅ Erfolge feiern
Anerkennung und Belohnung motivieren und schaffen ein positives Arbeitsumfeld.

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Isolation und mangelnde Unterstützung

Der Gründerweg kann einsam sein. Viele Gründer scheuen sich, ihre Sorgen und Ängste zu teilen, aus Angst, Schwäche zu zeigen oder andere zu belasten.

Wie man die Falle erkennt

👉 Gefühl der Einsamkeit
Du fühlst dich häufig mit deinen Problemen alleingelassen oder hast das Gefühl, dass niemand deine Herausforderungen versteht? Zeit, etwas zu ändern!

👉 Zögern, Hilfe zu suchen
Wenn du Schwierigkeiten hast, um Unterstützung zu bitten oder gebotene Hilfe anzunehmen, bietest du Stress und Überforderung noch mehr Angriffsfläche.

👉 Fehlende Netzwerke
Wenn du keine Mentoren oder Unterstützungsnetzwerke hast, die dir Rat und Unterstützung bieten können, fehlt dir eine wichtige Ressource.

Wie man die Falle umgeht

✅ Netzwerk aufbauen
Baue ein starkes Netzwerk aus Mentoren, Kollegen und Freunden auf. Diese können dir wertvolle Perspektiven und Unterstützung bieten.

✅ Offen kommunizieren
Teile deine Herausforderungen und Erfolge offen mit deinem Umfeld. Dies schafft Vertrauen und kann dazu führen, dass dir andere ihre Unterstützung anbieten.

✅ Professionelle Hilfe suchen
Suche professionelle Unterstützung durch Coaches oder Therapeuten, wenn du merkst, dass du alleine nicht mehr weiterkommst.

Fehlende Selbstfürsorge

Wer sein eigenes Unternehmen gründet, hat sich freiwillig eine zeitintensive (aber natürlich auch erfüllende) Herkulesaufgabe auferlegt. Dass dabei oftmals die eigene körperliche und geistige Gesundheit zugunsten anderer, vermeintlich wichtigerer To Dos in den Hintergrund gerückt wird, kommt leider häufig vor. Mit weitreichenden Konsequenzen.

Wie man die Falle erkennt

👉 Häufige Krankheiten
Wenn du häufiger krank wirst oder anhaltende körperliche Beschwerden hast, könnte dies ein Zeichen für Überlastung und fehlende Selbstfürsorge sein.

👉 Dauerhafte Schlafprobleme
Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen sowie anhaltende Müdigkeit sind ernstzunehmende Signale deines Körpers, die du nicht vernachlässigen solltest.

👉 Verlust der Freude
Wenn Aktivitäten, die dir früher Spaß gemacht haben, kein Vergnügen mehr bereiten, könnte dies ein Anzeichen für Burnout sein.

Wie man die Falle umgeht

✅ Regelmäßige Bewegung
Integriere regelmäßige Bewegung in deinen Alltag. Sport hilft, Stress abzubauen und die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern.

✅ Ausgewogene Ernährung und Schlaf
Achte auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichenden Schlaf. Eine gute körperliche Verfassung ist die Basis für geistige Gesundheit.

✅ Stressbewältigungstechniken
Praktiziere Techniken zur Stressbewältigung wie Meditation oder Yoga. Diese können helfen, den Geist zu beruhigen und Klarheit zu schaffen. Mittlerweile gibt es großartige Apps auf dem Markt, die dich dabei unterstützen können.

Burnout Prävention (Bild: Freepik)

Praktische Tipps zur Burnout-Prävention

Du möchtest nun wissen, wie du es vermeiden kannst, in einen Burnout zu schlittern? Hier sind ein paar Tipps:

💪 Setze Prioritäten
Gehe mit deiner Aufmerksamkeit sorgsam um und fokussiere dich auf das, was wirklich wichtig und dringend ist. Nicht alles kann und wird gleichzeitig Priorität haben. Ebenso wichtig: Lerne NEIN zu sagen.

💪 Entwickle Routinen
Strukturierte Tagesabläufe und das Eliminieren von Zeitfressern helfen, Stress zu reduzieren und deine Selbstfürsorge zu einem Fixpunkt zu machen. Darüber hinaus helfen sie dir, den Überblick zu behalten.

💪 Suche Balance
Auch wenn der Begriff „Work-Life-Balance“ mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist, da Arbeit ein zentraler Bestandteil unseres Lebens ist und nicht davon losgelöst betrachtet werden kann, braucht es dennoch eine gute Mischung aus Leistungsphasen und Ruhemomenten. Nachhaltigen Leistungsfähigkeit gelingt dir nur dann, wenn du auch ausreichend Zeit für sich selbst eingeplanst.

💪 Reflektiere regelmäßig
Nimm dir Zeit, regelmäßig über deine Ziele, Erfolge und Herausforderungen nachzudenken. Eine Reflektion hilft dir, den Überblick zu behalten und rechtzeitig gegenzusteuern, bevor es zu spät ist.

💪 Hole dir Unterstützung
Scheue dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ob durch Mentoren, Kollegen, Freunde oder professionelle Berater – Unterstützung kann den entscheidenden Unterschied machen. Durch den Austausch mit anderen gewinnst du nicht nur neue Perspektiven und Lösungsansätze, sondern auch häufig einen Motivationsschub.

Fazit

Die Reise als Gründer ist aufregend, aber auch anspruchsvoll. Aus diesem Grund solltest du Selbstfürsorge nicht als Luxus, sondern als absolute Notwendigkeit betrachten. Indem du auf dich selbst achtest, sicherst du nicht nur dein eigenes Wohlbefinden, sondern auch den langfristigen Erfolg deines StartUps.

Wenn du die Fallen des Gründeralltags erkennst, kannst du sie bewusster vermeiden und genau jene Prioritäten setzen, die dir und deinem Unternehmen guttun. So lassen sich die zahlreichen Herausforderungen des Unternehmertums meistern  – und du bleibst dabei gesund und motiviert.


Über den Autor:

Christian Asperger bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung als Führungskraft im Top-Management sowie 20 Jahre im Konzernbereich in seine Tätigkeit als Business Stratege und Marketingleiter ein. Diese umfassenden Kenntnisse setzt er gezielt in seinem Coaching für Führungskräfte ein. Als ausgebildeter Coach und Psychotherapeut verfügt er über ein tiefgehendes Verständnis der Führungspsychologie, was ihm ermöglicht, maßgeschneiderte und effektive Unterstützung zu bieten.

Der Coaching-Ansatz von Christian ist praxisorientiert und zielführend, basierend auf seiner fachlichen Kompetenz und inhaltlichem Know-how. Eine besondere Note erhält sein Coaching durch seinen Beagle Kaija, der – nach vorheriger Absprache – eine unterstützende Rolle im Coaching-Prozess spielen kann.

 

Bilder: Freepik

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