Jobrad (Bild: Freepik)

Jobrad als Gehaltsextra: So wird das Firmenfahrrad zum beliebtesten Bonus

  • Letztes Update:1 Monat 
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Firmenfahrrad statt Firmenwagen – eine echte Win-Win-Situation. Denn ein Jobrad bringt einige satte steuerliche Vorteile – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. 

StartUps sollten Mitarbeiter mit besonderen Boni locken

Ist dir schon gefallen, dass du als Gründer und StartUp-Geschäftsführer im sogenannten “War for Talents” agierst? In der heutigen Arbeitswelt sind Fachkräfte rar und dementsprechend hart umkämpft. Es reicht nicht mehr aus, nur ein cooles Büro und nette Kollegen zu haben. Um die besten Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, musst du mehr bieten!

Da junge Unternehmen kaum mit den Gehaltspaketen von etablierten oder großen Firmen mithalten können, müssen sie mit besonderen Benefits punkten – wie mit einem Jobrad als Gehaltsextra. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie das Jobrad-System funktioniert und welche Vorteile es für dich und deine Mitarbeiter bringt.

Was genau versteht man unter einem Jobrad?

👉 Ein Jobrad wird auch Dienstfahrrad, Dienstrad, Mitarbeiterfahrrad, Firmenbike oder Business Bike genannt 

👉 Hierbei handelt es sich um ein Fahrrad, das dein Unternehmen seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellt. 

👉 Dein Mitarbeiter bekommt ein Fahrrad, das er sowohl für den Weg zur Arbeit als auch privat nutzen darf. 

👉 Das Konzept ist ähnlich dem des Dienstwagens, nur eben umweltfreundlicher und gesünder. 

👉 Der Begriff “Jobrad” ist nicht nur eine Gattungsbezeichnung, sondern auch der Name einer Online-Plattform.

Kann man ein Jobrad als Gehaltsextra einsetzen?

Absolut! Seit 2019 gibt es zwei Hauptwege, wie du Firmenbikes als Bonus anbieten kannst:

🤑 Gehaltsumwandlung
Die interessierten Mitarbeiter verzichten auf einen Teil ihres Bruttogehalts, um ihre Fahrräder zu finanzieren. Dabei profitieren sie von steuerlichen Vorteilen.

🤑 Gehaltsextra
Du kaufst oder least die Bikes bei einem Jobfahrrad-Partner und stellst sie deinen Mitarbeitern zusätzlich zum jeweiligen Gehalt zur Verfügung. 

Welche Dienstfahrrad-Modelle gibt es?

Du hast zwei Möglichkeiten, wie du ein Jobrad-Modell anbieten kannst: Kauf oder Leasing. Beide Möglichkeiten haben ihre besonderen Vor- und Nachteile.

✔️ Kauf des Jobrads

➡ Steuer- und sozialversicherungsfrei
Der Mitarbeiter mit dem Jobrad muss keinen geldwerten Vorteil versteuern.

➡ Abschreibung
Du kannst die Kosten über sieben Jahre abschreiben.

➡ Vertragliche Regelung
Ein einfacher Überlassungsvertrag für das Bike reicht aus.

✔️ Leasing des Jobrads

➡ Flexibilität
Leasingverträge laufen in der Regel über 36 Monate und beinhalten oft eine Vollkaskoversicherung.

➡ Kostenaufteilung
Jeder Mitarbeiter beteiligt sich über Gehaltsumwandlungen an den Kosten.

➡ Versteuerung
Der geldwerte Vorteil wird nach der 0,25%-Regel versteuert.

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Was kostet ein Jobrad den Arbeitgeber?

Die Kosten hängen davon ab, ob du ein Jobrad kaufst oder oder als Leasing-Modell anschaffst. Hier eine kurze Übersicht über die typischen Ausgaben:

📊 Kauf des Jobrads

➡ Anschaffungskosten
Die einmaligen Kosten sind abhängig vom Fahrradmodell.

➡ Abschreibung
Die Anschaffungskosten werden über sieben Jahre verteilt.

➡ Betriebskosten
Wartung, Reparaturen, Versicherung sind zusätzliche Kosten.

📉 Leasing des Jobrads

➡  Leasingraten
Die Leasingraten fallen verteilt über 36 Monate an.

➡ Steuerliche Absetzbarkeit
Die Raten sind als Betriebskosten absetzbar.

➡  Versicherung
Die Versicherungskosten sind meist in den Leasingraten enthalten.

Welche Fahrräder sind als Firmenbike geeignet?

Du kannst alle Fahrradtypen als Betriebsrad anschaffen und deinen Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Das heißt, du bzw. deine Angestellten haben diese Optionen: 

🚴‍♂️ City-Bikes
Perfekt für kurze Strecken und den Stadtverkehr.

🚵‍♀️ Mountainbikes
Ideal für sportliche Mitarbeiter, die gerne Offroad unterwegs sind.

🚲 E-Bikes
Ideal für längere Strecken und bequemes Pendeln.

🚴‍♂️ Lastenräder
Für den Transport von schweren Gegenständen oder Kindern.

Betriebsfahrrad: Was sind die steuerlichen Vorteile für dein Unternehmen?

Die steuerlichen Vorteile sind enorm, sowohl beim Kauf als auch beim Leasing eines Jobrads. Dein StartUp profitiert unter anderem von diesen Pluspunkten:

✔️ Steuerliche Absetzbarkeit
Die Kosten für den Kauf oder die Leasingraten lassen sich als Betriebsausgaben geltend machen.

✔️ Abschreibung
Bei einem Kauf kannst du das Firmenfahrrad über sieben Jahre hinweg steuerlich abschreiben.

✔️ Kein geldwerter Vorteil bei Gehaltsextra
Wenn du das Jobrad als Bonus zum Gehalt anbietest, bleibt es für deinen Mitarbeiter steuerfrei.

Dienstrad: Welche steuerlichen Vorteile haben deine Mitarbeiter?

Auch deine Mitarbeiter profitieren von tollen steuerlichen Vorteilen:

💰 0,25%-Regelung
Der geldwerte Vorteil bei einer Gehaltsumwandlung wird mit nur 0,25% des Listenpreises versteuert.

📉 Geringere Abgaben
Durch die Gehaltsumwandlung sinken die Beiträge zur Einkommensteuer und Sozialversicherung.

🚲 Pendlerpauschale
Die volle Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer kann weiterhin genutzt werden.

Mehr Infos über die steuerlichen Vorteile erhältst du in diesem Video:

Rechenbeispiele: Wie viel spart ein Mitarbeiter bei einem Jobrad?

Lass uns mal ein paar Zahlen durchgehen, damit du siehst, wie viel ein Mitarbeiter (Steuerklasse 1) mit einem gekauften Dienstfahrrad über die Jahre spart.

➡ Monatsgehalt (brutto): 4.000 Euro

➡ Listenpreis des Fahrrads: 3.000 Euro

➡ Gehaltsumwandlung: ca. 90 Euro pro Monat

➡ Nettobelastung: ca. 50 Euro pro Monat

➡ Ersparnis nach 36 Monaten: ca. 1.210 Euro

Was ist bei einem E-Bike als Business-Bike zu beachten?

E-Bikes sind derzeit als Jobfahrräder besonders beliebt. Doch es gibt hierbei ein paar Besonderheiten, die du kennen solltest:

🔋 Motorisierung
Nur E-Bikes mit einer Motor-Unterstützung bis 25 km/h gelten als Fahrräder. Diese sog. Pedelecs profitieren von den steuerlichen Vorteilen.

Versicherung
Eine Vollkaskoversicherung ist ratsam und oft im Leasing enthalten.

🔧 Wartung
Regelmäßige Wartungen sind notwendig, um die Sicherheit und Langlebigkeit des E-Bikes zu gewährleisten.

Jobrad (Bild: Freepik)

Wie führt man ein Jobrad als Gehaltsextra ein?

Du bist nun überzeugt und möchtest ein Jobrad-Programm in deinem Unternehmen anbieten? Hier ein paar praktische Tipps, um dein Vorhaben reibungslos umzusetzen:

🌟 Klare Kommunikation
Informiere deine Mitarbeiter über die Vorteile und den Ablauf der Business-Bike-Nutzung.

📝 Bedarfsermittlung
Finde heraus, wie viele deiner Mitarbeiter ein Dienstfahrrad wirklich nutzen möchten.

📊 Kostenanalyse
Berechne die Kosten für den Bike-Kauf bzw. das Leasing sowie die Ersparnisse für dein Unternehmen.

🛠️ Auswahl des Anbieters
Vergleiche verschiedene Jobrad-Anbieter und deren Konditionen.

🗂️ Vertragsgestaltung
Ohne Papierkram geht es nicht! Erstelle klare Überlassungsverträge für deine Angestellten.

🚀 Rollout
Starte die Einführung des Firmenrad-Programms und informiere alle Beteiligten.

Fazit

Jobräder sind eine großartige Möglichkeit, um deine Mitarbeiter zu motivieren, die Umwelt zu schonen und gleichzeitig steuerliche Vorteile zu nutzen. Egal, ob du dich für den Kauf oder ein Leasing-Modell entscheidest – die Vorteile überwiegen bei weitem die Kosten. 

Mit der richtigen Planung und Kommunikation kannst du dein Unternehmen schnell auf den “grünen Weg” bringen. Das ist besonders wichtig, wenn du ein Green StartUp aufbaust.

 

Bilder: Freepik

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