Online-Marktplätze (Bild: Freepik)

Online-Marktplatz vs. Onlineshop: Wie sollte dein StartUp seine Produkte verkaufen?

  • Letztes Update:1 Monat 
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Welche Vorteile und Nachteile bieten Online-Marktplätze? Worauf musst du unbedingt achten, bevor du loslegst? Wir sagen es dir.

Die eigenen Produkte auf Amazon anbieten oder nicht?

Du hast ein tolles Produkt erfunden und möchtest es nun “an den Mann bringen”? Dann stehst du vor einigen folgenschweren Entscheidungen. Zum Beispiel musst du dir darüber im Klaren werden, ob du beim E-Commerce auf Online-Marktplätze wie Amazon, eBay, Otto, Zalando, Alibaba oder Kaufland.de setzt, oder ob du lieber einen eigenen Onlineshop betreibst.

Beide Vertriebswege haben ihre Vor- und Nachteile. Wäge sie ab, um die richtige Lösung zu finden. Hier zeigen wir dir die wichtigsten Pro- und Contra-Punkte der Online-Marktplätze auf. Fangen wir mit den Schattenseiten an:

Nachteile: Was spricht gegen Online-Marktplätze?

Wettbewerb
Es scheint lukrativ, seine Produkte bei Amazon, eBay & Co. zu verkaufen, denn diese Plattformen haben eine sehr große Bekanntheit und Reichweite. Doch dementsprechend tummeln sich hier zahlreiche Anbieter, die wie du ihre Angebote feilbieten. In manchen Kategorien hast du Dutzende Mitbewerber. Ihr alle streitet euch um die Aufmerksamkeit der Marktplatz-Nutzer.

Werbepreise
Damit deine Produkte bei den Online-Marktplätzen im sichtbaren Bereich gelistet werden, musst du einerseits deine Produktinformationen verbessern – also beispielsweise Amazon-SEO betreiben. Warum? “Amazon ist nicht nur eine Verkaufsplattform, sondern die wichtigste Suchmaschine für das Onlineshopping – weit vor Google”, so Sistrix. Andererseits hast du Anzeigen und dergleichen bei den Plattform-Betreibern zu buchen, um deine Produkte zu promoten. Das kann ganz schön teuer werden.

Branding
Wie gut ist gerade das Image des Online-Marktplatzes, über das du deine Produkte verkaufen möchte? Welche Zielgruppen werden angesprochen und wie zufrieden sind die Kunden? All das kannst du nicht beeinflussen, da die Marktplatz-Betreiber für das Marketing und somit für das Branding zuständig sind.

Design & Technik
Wie sieht der Online-Marktplatz aus, welche Funktionen bietet er und wie gut lässt er sich bedienen? Auch das liegt nicht in deiner Hand. Alibaba, Zalando und Konsorten kümmern sich um das Design und die Technik. Du hast mit deinen Produktseiten nur geringen Einfluss auf den Gesamteindruck.

Kosten
Da du die Infrastruktur und die Bekanntheit der Online-Marktplätze nutzt, musst du dafür bezahlen. Für das Einstellen der Produkte, die Bewerbung, das Fulfillment und ähnliche Dienstleistungen können teilweise hohe Kosten anfallen. Kosten, die unter Umständen ausufern, da du nach der Pfeife der Plattform-Betreiber tanzen musst.

Vorteile: Deshalb solltest du Online-Marktplätze nutzen

Reichweite
Otto, Amazon und eBay kennt fast jeder. Deshalb beginnen und enden viele Customer Journeys hier. Genau deshalb sind die Onlinehänder so beliebt bei StartUps, Mittelständlern und Konzernen gleichermaßen. Wer hier nicht präsent ist, verschenkt eine große Reichweite.

Schaubild - Wichtigkeit Online-Marktplätze weltweit (Bild: Statista)

Technik
Der Aufbau eines Onlineshops kann kompliziert und teuer sein. Du benötigst für verschiedene Bereiche unterschiedliche Spezialisten. Beispielsweise eine Shopify Agentur für deinen Shopify-Shop, einen Hoster für das Hosting und IT-Security-Experten für die Absicherung der Infrastruktur. Das fällt bei der Nutzung von Online-Marktplätzen weg. Empfehlung: Günstige Hosting-Tarife für Einsteiger & Fortgeschrittene*

Design
Setzt du auf einen digitalen Vertrieb über Amazon und dergleichen, kannst du dir auch das Geld für Webdesigner sparen. Denn das Aussehen der Online-Marktplätze liegt nicht in deiner Hand. Investiere dein Budget deshalb in Fotografen und Mediengestalter, die attraktive Produktfotos und Produktvideos für dich erstellen.

Abwicklung
Die Optimierung des Bestellvorgangs, das Payment und sogar um das Fulfillment übernehmen die Marktplatz-Betreiber. Das bedeutet, du musst dich nicht um das “Drumherum” kümmern, sondern kannst dich auf das Wesentliche fokussieren.

Experimente
Möchtest du wissen, ob deine Zielgruppen deine Produkte lieben oder eher nicht? Finde es heraus, indem du deine Waren bei eBay oder Amazon einstellst und dann Feedback einholst. Anhand der Verkäufe und Kundenrezensionen kannst du recht schnell und einfach wichtige Rückschlüsse ziehen.

Welcher Vertriebsweg ist nun der beste?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es kommt am Ende auf deine persönliche Zielsetzung und deine Erwartungen an.

Online-Marktplätze sind ideal für StartUps und E-Commerce-Neueinsteiger, die schnell und kostengünstig loslegen möchten. Denn es macht für kleine Onlinehändler oft keinen Sinn, mit viel Aufwand einen eigenen Onlineshop umzusetzen.

Doch: Ist deine Marke bekannt und möchtest du profitabel wachsen, kann ein alleiniger Vertrieb über Online-Marktplätze deine Skalierung behindern. Du musst dich an die Spielregeln der Betreiber halten und zudem oft einiges an Marge abgeben. Dementsprechend kann es sich lohnen, nebenher einen Webshop aufzubauen und die Interessenten umzulenken.

Scheust du den Aufwand, solltest du dir trotzdem immer im Klaren sein, dass auch Online-Marktplätze ständig deine Aufmerksamkeit benötigen. Du musst hier fortwährend an verschiedenen Stellschrauben drehen, damit deine Produkte ein Erfolg werden.


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Bilder: Freepik, Statista

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