Onlineshop Kosten (Bild: Freepik / redgreystock)

Achtung, versteckte Ausgaben! Fünf unterschätzte Kostenblöcke beim Aufbau eines Onlineshops

Theoretisch kannst du recht günstig einen Onlineshop starten. Doch in der Praxis erwarten dich einige teure Stolpersteine.

Der Einstieg in den E-Commerce kostet mehr als du denkst

Braucht mein StartUp wirklich einen eigenen Webshop? Ist das nicht viel zu kompliziert und aufwändig? Viele Gründer stellen sich berechtigterweise diese und ähnliche Fragen. Da es zahlreiche Pro-Argumente für einen eigenen Onlineshop gibt, starten sie durch … und erschrecken dann über die fortlaufenden Kosten.

Denn: Es besteht der Mythos, jeder könnte heutzutage kostenlos oder zumindest mit geringen Ausgaben einen Onlineshop hochziehen.

Ja, wenn du nur geringe Anforderungen hast und beispielsweise einen Testballon starten möchtest, kannst du wirklich für einen kleinen Preis in den E-Commerce einsteigen. Doch wirklich umsonst bekommst du nichts!

Hier ein paar Kostenblöcke, die gerne übersehen werden.

Unterschätzter Kostenblock 1 | Das Shopsystem

Magento, Jimdo, Shopify, Shopware, WooCommerce … wenn du dir einen Überblick über den möglichen technischen Unterbau deines Onlineshop verschaffst, merkst du schnell, dass eine sehr große Auswahl besteht.

Viele Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden, indem sie damit locken, dass ihr Shopsystem einfach zu bedienen und sehr günstig oder gar kostenlos sei. Diese Aussagen solltest du mit Vorsicht genießen, denn nicht jede Technologie eignet sich für dein Vorhaben oder deine Unternehmensgröße!

“Das richtige Shopsystem zu finden ist gar nicht so einfach”, erklärt Kristina Schmitz von Mollie. “Laut einer Shopsystem-Studie gehören WooCoomerce, Wix, Shopify und Magento zu den beliebteste Lösung bei StartUps und kleineren Unternehmen.”

Unterschätzter Kostenblock 2 | Umsetzung des Onlineshops

Hast du Ahnung von E-Commerce und Shopsystemen? Herzlichen Glückwunsch, dann kannst du wahrscheinlich alleine deinen eigenen Onlineshop hochziehen. Mangelt es dir an Fachwissen und Erfahrung, solltest du dir Unterstützung holen – zum Beispiel durch eine Agentur. Ansonsten steckst du unter Umständen viel Zeit in den technischen Aufbau. Zeit, die dir dann an anderer Stelle fehlt.

Achte bei der Auswahl des Dienstleisters darauf, wie er abrechnet. “Gründer sollten auf eine Agentur setzen, die einen Festpreis anbietet, da man so ein finanzielles Risiko oder böse Überraschungen vermeidet”, rät Lars Denzer. Der Geschäftsführer einer Shopify Agentur weiter: “Deshalb ist eine transparente Kommunikation wichtig”.

Zur Kommunikation gehört unter anderem ein sauberes Briefing. “Für die Organisation eines großen Projekts oder Auftrags sind gewöhnlich viele verschiedene Informationen notwendig. Umso mehr Details bedacht werden müssen, desto wichtiger ist es, sich kurz und klar auszudrücken”, so die IT-Expertin Mari Wagner.

Unterschätzter Kostenblock 3 | Transaktionskosten und Payment-Gebühren

Kreditkarte, PayPal, Vorkasse oder Lastschrift: Wenn du einen Onlineshop betreibst, solltest du deinen Kunden verschiedene Bezahlmethoden anbieten. Das ist oft gar nicht so einfach, da jedes Shopsystem andere Grundeinstellungen hat: Manche bieten standardmäßig wenige vordefinierte Bezahlmethoden an, andere punkten mit einer breiten Auswahl an Payment Service Providern (PSP).

Was du nie vergessen solltest: Jeder Kauf kostet dich Geld, denn die PSP verlangen gewisse Transaktionsgebühren. “Einen einfachen Kostenvergleich gibt es dabei leider nicht. Es müssen eine Vielzahl von direkten und indirekten Kosten berücksichtigt werden”, sagt Paylobby.

Oft sind die Gebühren der Payment Service Provider abhängig vom Absatzvolumen deines Onlineshops. Vereinfacht gesagt lautet die Formel in der Regel: je mehr Umsatz, desto niedriger die Kosten je Sale.

Unterschätzter Kostenblock 4 | Periphere Systeme

Wenn du nur wenige Verkäufe pro Tag oder im Monat zu verzeichnen hast, reichen die Integrierten Systeme in deinem Shopsystem meist aus. Doch sobald dein Kundenstamm und dein Umsatz wächst, benötigst du weitere Tools. Dazu gehören beispielsweise ein CRM-System (Customer Relationship Management) und ein WWS (Warenwirtschaftssystem).

Derartige Systeme solltest du an dein Shopsystem “andocken” können, sodass sie automatisch Daten austauschen. Gelingt das nicht, entstehen unter Umständen hohe Aufwände für das Übertragen von Informationen.

Für die Anbindung eines externen Systems solltest du dir ebenfalls einen Profi suchen, der beispielsweise die Schnittstellen anpasst oder neu programmiert. Derartige Leistungen gehen, wenn du einen Wildwuchs an IT-Lösungen hast, ziemlich ins Geld.

Unterschätzter Kostenblock 5 | Marketing und Werbung

Du hast das perfekte Shopsystem gefunden, dir den schicksten Onlineshop erstellen lassen und deine Systeme verknüpft … und dann? Dann passiert wahrscheinlich nicht viel, denn du hast eine wichtige Komponente vergessen: das Marketing!

In unserem Beitrag “Mehr als 15 geniale Onlinemarketing-Tipps für deinen Onlineshop” bekommst du eine Übersicht über die wichtigsten Maßnahmen. Von SEA und Social Media bis hin zu Remarketing und Vergleichsportalen: Du kannst du auf eine breite Palette an Möglichkeiten zurückgreifen, um deinen Onlineshop zu pushen.

Doch umsonst ist davon nichts! Jede Art von Marketing und Werbung kostet dich Gehirnschmalz, Zeit und Geld. Unterschätze niemals diesen Kostenblock, denn das Online-Business ist ein hartes Geschäft. Die Kunden haben heutzutage extrem hohe Ansprüche und deine Konkurrenten sind sinnbildlich nur einen Klick entfernt.

Fazit

WooCommerce kannst du kostenlos installieren und nutzen, knapp 30 Euro im Monat kostet dich beispielsweise der Einstieg in Shopify. Doch lasse dich von diesen Niedrigpreisen nicht blenden: Einen Onlineshop kriegst du nie zum Nulltarif!

Es fallen immer Kosten an, zum Beispiel für das Hosting, das Umsetzen, die Weiterentwicklung und die Vermarktung. Bedenke das stets, wenn du in den E-Commerce einsteigst.

 

Bild: Technology vector created by redgreystock – www.freepik.com

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