Produktentwicklung (Bild: Pixabay)

Produktentwicklung: Tipps für die Produktionsplanung

Gerade bei industriell angefertigten Produkten solltest du die Umsetzbarkeit der Herstellung weit vor der Markteinführung überprüfen. Das ist zu beachten.

Die Entwicklung eines Produktes muss durchdacht sein

Viele StartUps bieten keine digitalen, sondern haptische Produkte an. Also Dinge zum Anfassen wie Technik-Gadgets oder nützliche Dinge für den Alltag. Die Konzepte dafür sind teilweise schnell erdacht. Doch wie sieht es mit der realen Umsetzung aus? Die Produktionsplanung ist ein wichtiger und auch herausfordernder Schritt.

Damit deine Produkt-Idee real werden kann, musst du die spätere Herstellung step by step durchdenken. Dabei sind verschiedene Aspekte zu beachten, zum Beispiel:

    • Realisierbarkeit des Produktes
    • Kosten der Produktion
    • Zeitlicher Rahmen

Hier lauern viele Fallstricke. Folgend ein paar Tipps, wie du am besten vorgehst.

Umsetzbarkeit des Produktes testen

Ist eine Realisierung deiner Idee oder deines Konzeptes möglich? Das gilt es zu testen! Beispielsweise mit einem Prototypen. Oder besser: Eine sogenanntes Minimal Funktionierendes Produkt (MFP), im Englischen MVP (Minimum Viable Product) genannt.

Das MFP / MVP dient als Lernobjekt. Hieran kannst du Probleme bei der Umsetzbarkeit früh erkennen und beheben. Dabei gehst du idealerweise nach dem Build-Measure-Learn-Prozess der Lean-StartUp-Methode vor.

Einbeziehung der Hersteller

Bereits in der MVP-Phase solltest du Produktionspartner mit ins Boot nehmen. Sie können mit ihrem Fachwissen deine Produktentwicklung beschleunigen und verbessern.

Benötigst du zum Beispiel individuell geformte Bleche? Dann gilt es zuerst, das richtige Material zu finden. Danach musst du dich mit den Bearbeitungsmöglichkeiten beschäftigen. Sie reichen vom Zuschnitt individueller Teile über die Profilierung großer Stücke bis hin zu unzähligen Varianten für die Oberflächengestaltung.

Ein weiteres Beispiel: Möchtest du in den Textilmarkt einsteigen, ist es sinnvoll, neben den Designern auch die späteren Produktionsstätten um Rat zu fragen. Denn die verschiedenen Stoffe besitzen unterschiedliche Qualitätsstufen und Möglichkeiten. Manche eignen sich perfekt für eine Massenproduktion, andere weniger.

Spezialisten in den jeweiligen Fertigungsstätten können durch ihre Erfahrung und ihr KnowHow an der Verbesserung deines Produktes maßgeblich mitwirken. Zudem bewahren sie dich der Gefahr, dass sich am Ende der Produktentwicklung herausstellt, dass deine theoretische Planung in der Realität nicht umsetzbar ist.

Die Kosten genau durchleuchten

Neben der Umsetzbarkeit sind es vor allem die späteren Herstellungs- bzw. Produktionskosten, die besonders genau geplant werden müssen. Beachte hierbei besonders diese beiden Aspekte:

Das beste Gesamtpaket

Neben einer hohen Qualität des Produktes solltest du darauf achten, bei der Produktion möglichst günstigste Rohstoffe und preiswerte Hersteller zu finden. Oder Rohstoffe und Produzenten, die zu deiner Firmenphilosophie passen. Das ist wichtig, wenn du auf Fair-Trade-, Öko- oder Bio-Produkte setzt. Oft kommt es vor, dass die Hersteller gewisse Rohstoffe oder Produktionsverfahren favorisieren. Diese Aspekte musst du frühzeitig bei deiner Kostenplanung bedenken.

Das Ziel, das qualitativ hochwertigste und gleichzeitig preisgünstigste Gesamtpaket zusammenzustellen, kann eine monatelange Entwicklung und Verhandlungsstrecke bedeuten. Möglicherweise muss bei diesem Prozess die Bauweise deines Produktes angepasst werden.

Kleinserie oder Massenproduktion?

Die Stückzahl ist ein weiterer Faktor, der bei der Kostenplanung eine Rolle spielt. Bei einer größeren Menge sind sowohl Herstellungskosten als auch Kosten für die Rohstoffe häufig geringer.

Um die Stückzahl zu bestimmen, musst du eine realistische Absatzschätzung vornehmen. Es macht wenig Sinn, 50.000 Hosen zu produzieren, wenn du davon ausgehst, im ersten Jahr nur 3.000 Stück absetzen zu können.

Die Zeitplanung

Die Entwicklung und Produktion eines Produktes besteht nicht nur aus den Punkten Qualität und Preis, sondern auch aus dem Faktor Zeit. Alle drei hängen zusammen.

Kannst du ein Produkt schnell und günstig produzieren, leidet meist die Qualität. Fokussierst du dich auf die Qualität, lässt das wahrscheinlich die Kosten und/oder die Produktionszeit nach oben schnellen.

Du bist also gefangen im sogenannten magischen Dreieck des Projektmanagements, das so aussieht:

Der finale Test: Die Nullserie

Als allerletzten Schritt vor Markteinführung solltest du eine Nullserie produzieren. Diese unterscheidet sich in einigen Punkten von der bekannteren Pilotserie. Eine Nullserie ist der letzte Test, das Produkt wird hierbei unter realistischen Bedingungen produziert.

Für eine Nullserie ist es unabdingbar, dass Produktentwicklung, Planung und Herstellung Hand in Hand arbeiten, sich abstimmen und einander anpassen.

Fazit

Von der Theorie zur Praxis ist es meist ein langer und steiniger Weg. Ein Produkt zu entwickeln kostet Zeit, Geld und Nerven. Um alles drei zu schonen, solltest du rechtzeitig Experten hinzuziehen, welche dir bei der Produktionsentwicklung unter die Arme greifen.

Bilder: Pixabay

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