Product Market Fit (Bild: Freepik)

PMF: Wann und wie erreichst du den Product Market Fit? [inkl. kostenloser Vorlage]

  • Letztes Update:6 Monaten 
  • Lesezeit:5Minuten

Um zu wissen, ob dein Geschäftsmodell wirklich etwas taugt, solltest du den Product Market Fit anstreben. Da ist gar nicht so einfach.

Die wichtigsten Fragen zum Product Market Fit

… beantwortet dieser Beitrag. Und auch in folgender Episode des StartUpWissen Podcast bekommst du erklärt, was den Product Market Fit ausmacht.

Hinweis: Die Folge kannst du auch bei Apple Podcast, Google Podcasts, Spotify, Deezer, Podigee, Youtube und über Alexa bzw. Amazon Echo anhören.

Definition: Was ist der PMF?

Das Akronym PMF steht für Product Market Fit. Das bedeutet, dein StartUp hat ein Produkt kreiert, das vom Markt angenommen wird. Im Deutschen heißt Product Market Fit so viel wie Produkt-Markt-Tauglichkeit – oder man spricht einfach von der Markttauglichkeit des Produkts.

Ziel: Wann erreicht man den Product Market Fit?

Was den PMF ausmacht, ist nicht genau definiert. Deshalb gibt es verschiedene Versuche, die Bedeutung des Begriffs zu beschreiben.

ChatGPT sagt zum Product Market Fit beispielsweise das:

“Product-Market Fit beschreibt den Zustand, in dem ein Produkt erfolgreich von einer bestimmten Zielgruppe akzeptiert und gekauft wird. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppe erfüllt und diese bereit sind, dafür zu bezahlen […] Ein Unternehmen erreicht den Product-Market Fit, wenn es eine hohe Nachfrage nach seinem Produkt hat und es schnell wächst.”

Demnach tritt der Product Market Fit ein, wenn beispielsweise

  • ein Produkt für eine signifikante Anzahl an Personen eine Lösung bringt.
  • das Produkt sich in einem attraktiven Markt etablieren konnte.
  • dein StartUp weiß, wie es seine Produkte an die Kunden verkaufen kann.
  • die Produktion, die Bewerbung und der Vertrieb der Produkte ohne Verluste erfolgt.
  • ein StartUp zum Scale Up wird, weil es sein Business skaliert.
  • dein Unternehmen wie ein Hypergrowth StartUp sogar exponentiell wachsen kann (Stichwort: 10X Thinking).

Unterscheidung: Starker oder schwacher Product Market Fit?

Product Market Fit ist nicht gleich Product Market Fit! Da die Definition recht schwammig ausfällt, hat Christoph Jaz von Point Nine Capital eine Unterteilung in “Strong PMF” und “Weak PMF” eingeführt.

Ein starker PMF zeichnet sich laut ihm unter anderem aus durch:

  • Hohe Kundennachfrage
    Das Produkt entspricht den Bedürfnissen des Zielmarktes und wird von den Kunden als wertvoll empfunden.
  • Schnelles Wachstum
    Das Produkt kommt bei den Kunden gut an und lässt sich effektiv skalieren.
  • Hohe Kundenzufriedenheit
    Das Produkt erfüllt die Bedürfnisse des Zielmarktes und die Kunden sind mit dem Produkt zufrieden.
  • Hohe Kundenbindung
    Die Kunden sind mit dem Produkt zufrieden und werden es wahrscheinlich weiterempfehlen.
  • Hohe Rentabilität
    Deine Kosten decken sehr gut deine Ausgaben, du erwirtschaftest also einen stabilen Gewinn.

Ein schwacher PMF hingegen ist durch das Gegenteil dieser Punkte gekennzeichnet:

  • geringe Kundennachfrage
  • langsames Wachstum
  • geringe Kundenbindung
  • geringe Kundenzufriedenheit
  • geringe Rentabilität

Fachbegriffe: Was unterscheidet Problem Solution Fit vom Product Market Fit?

Der Product Market Fit wird oft mit dem Problem Solution Fit verwechselt. Das sind die Unterschiede zwischen den recht ähnlich klingenden Fachbegriffen:

  • Problem Solution Fit bezieht sich darauf, ob das von deinem Unternehmen entwickelte Produkt tatsächlich ein existierendes Problem deiner Zielgruppen löst.
  • Der Product Market Fit zeigt an, ob das Produkt wirklich eine Nachfrage auf dem Markt hat und ob es sich gut verkaufen lässt.

Anders gesagt: Der Problem Solution Fit lässt dich erkennen, ob deine StartUp-Idee gut ist und deine Problemlösung benötigt wird. Doch der Product Market Fit stellt erst klar, ob du auf deinen Konzept ein tragfähiges Business aufbauen kannst.

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Maßnahmen: Wie erreichst du den Product Market Fit?

Vereinfacht ausgedrückt, solltest du den Weg jedes erfolgreichen Unternehmers gehen:

  • Definiere genau deine Zielgruppen
  • Entwickle Lösungen, die deine Kunden wirklich brauchen
  • Erarbeite darauf basierend ein passendes Konzept
  • Teste dein Konzept mehrfach
  • Entwickle ein profitables Geschäftsmodell

Damit dir das gelingt, musst du zuerst deine Hausaufgaben machen. Zum Beispiel kannst du über die JTBD-Methode (Jobs To Be Done) herausfinden, was deine Zielgruppen wirklich wollen. Danach trägst du beispielsweise deine Erkenntnisse und Pläne in den Product Market Fit Planner ein.

> Download: Product Market Fit Planner – Vorlage (PDF)

Entwickle danach ein MVP (Minimum Viable Product) und verbessere es nach dem sogenannten PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act). Finde iterativ durch Experimente und Analysen heraus, wie deine Kunden “ticken” und optimiere dein Angebot anhand der Wünsche. Derart kommst du dem PMF sukzessive näher.

Mehr über MVP, PDAC und Co. erfährst du unter anderem in diesem Kult-Buch:

Von der Theorie zur Praxis: Gibt es wirklich einen PMF?

Nein. Dieser Meinung ist Thomas Ottersbach. Warum, das erläutert er im StartUpWissen Podcast.

Das Problem am Product Market Fit ist ja, dass es sich nicht um einen fixen Tag oder ein bestimmtes Ereignis handelt. Ob deine Produkte beispielsweise gut ankommen und sich profitabel verkaufen, entwickelt sich in einem Prozess. Dieser Prozess läuft kontinuierlich voran, da sich ja der Markt und seine Kunden ständig verändern.

Dementsprechend muss man den Product Market Fit eher als ein theoretisches Modell bezeichnen. Er ist eine imaginäre Linie, die du mit deinem StartUp durchbrichst – doch dann ist das Rennen nicht zu Ende. Ganz im Gegenteil: Stillstand bedeutet Rückschritt. Bleibe stets am Ball, um die Kundenwünsche zu erfüllen und somit den “Market Fit” für dein Produkt zu erhalten.

Was bietet der StartUpWissen Podcast?

Unser Podcast richtet sich wie StartUpWissen.biz an Selbstständige, Gründer, Unternehmer und StartUp-Mitarbeiter. In kurzen Episoden von rund 30 Minuten Länge beleuchtet unser Chefredakteur Jürgen Kroder zusammen mit jeweils einem Gast verschiedene Aspekte des Unternehmertums.

Sie reden über ungewöhnliche Geschäftsmodelle und über die vielen, vielen Herausforderungen der Selbstständigkeit. Das Ziel jeder Folge ist es, deinen Horizont zu erweitern, dir neue Inspirationen zu geben und zugleich wichtige Tipps zu vermitteln.

Alle Folgen des StartUpWissen Podcast findest du unter www.startupwissen.biz/podcast

 

Bild: Freepik

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