Pitch Deck Tipps (Bild: Freepik)

Boost your Pitch Deck! Experten-Tipps für deine erfolgreiche StartUp-Präsentation

  • Letztes Update:1 Monat 
  • Lesezeit:5Minuten

Aufbau und Inhalt sind bei einem Pitch Deck extrem wichtig. So setzt du das Dokument schnell und überzeugend um.

Welche Slides gehören in ein Pitch Deck?

Möchtest du einen Investor überzeugen, benötigst du unter anderem ein Pitch Deck. Wie muss die Struktur der besonderen Präsentation aussehen? Was gehört unbedingt hinein, was kannst oder solltest du lieber weglassen?

Die Antworten auf diese und weitere Fragen erhältst du in diesem Ratgeber. Außerdem gibt dir Maximilian Block, Geschäftsführer der ESB Invest, ein paar sehr wichtige Experten-Tipps im StartUpWissen Podcast. Die Folge kannst du hier direkt anhören:

Hinweis: Die Folge kannst du auch bei Apple Podcast, Google Podcasts, Spotify, Deezer, Podigee und über Alexa bzw. Amazon Echo anhören.

Was ist eigentlich ein Pitch Deck?

Als Pitch Deck bezeichnet man ein Dokument, das StartUps an potenzielle Investoren senden. In der schriftlichen Präsentation stellen die Gründer unter anderem ihre Vision, ihr Geschäftsmodell, die anvisierte Marktlücke und ihr Team vor. Zudem beinhalten Pitch Decks in der Regel ein kurzes Finanzkonzept.

Warum sind Pitch Decks so wichtig?

Es gibt verschiedene Arten, um ein StartUp zu finanzieren. Oft steigen Business Angels und Venture Capital Fonds ein, um das Wachstum der jungen Unternehmen anzuschieben. Da diese Kapitalgeber in der Regel viel um die Ohren haben, musst du sie mit einer kurzen und prägnanten Präsentation überzeugen – deinem Pitch.

Der Pitch kann ein Vortrag von wenigen Minuten oder nur Sekunden sein (wie beim Elevator Pitch), in dem du dein StartUp-Konzept vorstellst. Kannst du einen möglichen Investor im ersten Schritt überzeugen, möchte er weitere Informationen haben. Diese Infos packst du in ein Pitch Deck.

Ist dein Pitch Deck erfolgreich, folgen weitere Gespräche zwischen dir und dem Business Angel oder VC-Kontakt. Im besten Fall gewinnst du so einen wichtigen Kapitalgeber und Unterstützer deines StartUps.

Welches Format sollte ein Pitch Deck haben?

Maximilian Block und viele andere Investoren möchten dein Dokument nur in digitaler Form bekommen. Eine Word- oder Powerpoint-Datei sind zwar möglich, doch PDF gilt als üblich. Denn dieses Format lässt sich auf Computern, an Tablets und auf Smartphones öffnen und nutzen.

Wichtig ist, dass du die Datei wenn nötig komprimierst, sodass sie auch bei schlechtem Handyempfang heruntergeladen werden kann. Ergänzend zur PDF-Datei kannst du dein Pitch Deck auch ausdrucken und deinem Kontakt zuschicken.

Wie viele Seiten muss ein Pitch Deck haben?

Das kommt darauf an, wie gut du den potenziellen Investor kennst. Bestand bislang noch kein oder nur sehr geringer Kontakt, solltest du weder ein zu kurzes, noch ein zu langes Dokument verschicken. Ein typisches Pitch Deck hat einen Umfang von zirka zehn bis 12 Seiten bzw. Slides.

Bei einer “warmen Ansprache” kannst du unter Umständen auf einen sogenannten One Pager Pitch setzen. Diese Präsentation besteht wirklich nur aus einer Seite, mehr nicht.

Springt der Investor auf dein StartUp-Konzept an, fordert er vielleicht ein Deep Deck an. Das ist ein Pitch Deck, das aus 20 oder mehr Seiten besteht.

Wie muss ein Pitch Deck gestaltet sein?

Dein Dokument darf optisch ansprechend ausfallen, aber übertreibe es nicht mit dem Design! Maximilian meint im Podcast-Gespräch, Gründer sollten ihre Zeit und Budget lieber in ihr StartUp stecken, anstatt in grafisch opulente Pitch Decks. Weniger ist mehr, so sein Credo. Das gilt besonders, wenn sich dein Unternehmen noch in der Preseed- oder Seed-Phase befindet.

Deshalb empfiehlt Maximilian, einfach eine Pitch-Deck-Vorlage aus dem Internet zu verwenden. Achte aber bei der Umsetzung darauf, dass alle Inhalte auch auf einem kleinen Smartphone-Display lesbar sind!

Ein paar gute und kostenlose Muster lassen sich hier herunterladen:

> Downloads: Pitch Deck Templates

Pitch Deck: Wie können Aufbau und Struktur sein?

Darüber scheiden sich ein wenig die Geister. Dieser häufig verwendete Aufbau wäre möglich:

  • Deckblatt mit Name und Logo
  • Das Gründerteam und seine Qualifikationen
  • Key Message – was ist die Mission & Vision?
  • Vorstellung des Problems, das gelöst werden soll
  • Erläuterung der Lösung als Produkt
  • Marktzahlen und Wettbewerbssituation
  • Erste Ergebnisse eines Proof of Concepts
  • Geplante Einnahmequellen und Umsatzprognosen
  • Bisherige und zukünftige Meilensteine
  • Benötigter Kapitalbedarf
  • Kontaktdaten

Viele StartUps versuchen, durch ein “Wow-Slide” am Anfang sofort Aufmerksamkeit zu bekommen. Hier steht dann eine knackige Message, die der Vision entspricht.

Weitere Tipps für deine Pitch-Präsentation

  • Ein Firmenlogo ist nett, aber kein Must-Have. Denn bei jungen Unternehmen kann sich das häufig ändern.
  • Mache klar, ob du eine Blue-Ocean-Strategie verfolgst oder ob du in einen hart umkämpften Markt vordringen möchtest.
  • Bei der Darstellung der Marktsituation kannst du auf die Kennzahlen TAM-SAM-SOM setzen.
  • Nenne bei Zahlen und Informationen, die du recherchiert hast, immer die Quellen.
  • Definiere eine klare und realistische Positionierung. Und wähle eine passende Zielgruppe. Eine Definition wie “Wir sprechen alle Männer in Deutschland an” ist zu weit gefasst!
  • Erläutere deine Marketing-Strategie auf Basis des Marketing-Mix.
  • Zeige dein Gründerteam mit Fotos. Um die Firmenidentität zu unterstreichen, könnt ihr ähnliche Kleidungsstücke tragen (zum Beispiel rote Pullover).
  • Nennen nur plausible Umsatzprognosen, schaue nicht zu tief in die Glaskugel.
  • Bei deinem Business- und Finanzplan gilt: Liquidität ist King!
  • Den benötigten Kapitalbedarf solltest du für 18 bis 24 Monate angeben, nicht nur für ein Jahr.
  • Hohe Ziele zu haben, ist in Ordnung. Doch übertreibe es nicht! Sei lieber bodenständig als zu abgehoben.

Möchtest du eine Marketing-Strategie erarbeiten? Dann nutze als Basis unsere Vorlage für deinen Marketing-Mix! Das Muster kannst du hier schnell, günstig und einfach erwerben.

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An wen kannst du dein Pitch Deck schicken?

Hast du eine tolle StartUp-Idee gefunden und daraus ein Konzept entwickelt? Und aus dem Konzept hast du einen Businessplan entwickelt? Suchst du nun Kapitalgeber, die mehr als nur Geld in dein junges Unternehmen einbringen, zum Beispiel Business-Connections und Geschäftserfahrung in deiner Branche? Dann solltest du dein Pitch Deck an einen Business Angel oder einen Frühphasen-Investor wie die ESB Invest schicken.

Die ESB Invest fokussiert sich auf StartUps aus Mecklenburg-Vorpommern, die im Bereich GreenTech, MedTech und HealthTech tätig sind. Maximilian und sein Team sind stets offen für spannende Präsentationen. Kommt es zu einer Zusammenarbeit, steigen die Investoren initial mit 100.000 bis 300.000 Euro in dein StartUp ein. In Zusammenarbeit mit anderen Kapitalgebern sind auch größere Finanzierungsrunden möglich.

Was bietet der StartUpWissen Podcast?

Unser Podcast richtet sich wie StartUpWissen.biz an Selbstständige, Gründer, Unternehmer und StartUp-Mitarbeiter. In kurzen Episoden von 20 bis 30 Minuten Länge beleuchtet unser Chefredakteur Jürgen Kroder zusammen mit jeweils einem Gast verschiedene Aspekte des Unternehmertums.

Sie reden über ungewöhnliche Geschäftsmodelle und über die vielen, vielen Herausforderungen der Selbstständigkeit. Das Ziel jeder Folge ist es, deinen Horizont zu erweitern, dir neue Inspirationen zu geben und zugleich wichtige Tipps zu vermitteln.

Die besten Folgen des USP Marketing Podcast wie auch alle Folgen des StartUpWissen Podcast findest du unter www.startupwissen.biz/podcast

Hinweis: Die Folge kannst du auch bei Apple Podcast, Google Podcasts, Spotify, Deezer, Podigee und über Alexa bzw. Amazon Echo anhören.

Bild: Freepik

3 Kommentare

  1. Danke für eine weitere, spannende Podcast-Episode! Erlaube mir dazu ein Feedback…

    In der Frage „Wie viele Seiten muss ein Pitch Deck haben?“ habe ich zu Maximilians Aussage eine gegenteilige Meinung:

    Ich finde, bei einer Kaltakquise sollte der Informationsumfang auf das absolute Minimum beschränkt sein. Es muss gelingen sein, mithilfe einer knackig-kurzen E-Mail und einem angehängten Onepager das Interesse von potentiellen Investoren zu wecken und sie „neugierig auf mehr“ (Details) zu machen.

    Ein umfangreiches Pitchdeck mit allen wichtigen Details versende ich dann erst nach Aufforderung bzw. einer „warmen Ansprache“, wie es im Podcast formuliert ist.

    Das ist aber nur (m)eine Meinung. Was sagen andere Hörer / Leser?

  2. Hi Eddy,
    vielen lieben Dank für Dein Feedback. Ich verstehe das Prinzip mit dem Onepager, welches Du beschreibst und ja, kann man so machen bei der Kalt-Akquise gegenüber Investoren.

    Mir ging es vor allem zu vermitteln, welche Motivation und Herausforderungen für ein Pitchdeck wichtig sind. Man sollte dieses auch nicht zu wenig Informationen vermitteln, und so ggf. eine (vorzeitige und unnötige) Ablehnung riskieren. Die Frage was zu wenig ist, ist leider auch sehr subjektiv zu beantworten. Prinzipiell wollen und müssen sich Investoren relativ schnell in das übermittelte Geschäftsmodell hineindenken können, wobei dabei jeder seine eigene Checkliste abklopft.

    Aus meiner Sicht sind hier klassische Pitchdecks mit 10-15 Seiten immer noch am Treffsichersten. Für die weiteren Gespräche macht dann ein entsprechendes Deepdeck Sinn…

    Hoffe, meine Erläuterung trägt zum Verständnis meiner Aussage bei… 😉

  3. Vielen Dank für dein Feedback zu meinem Kommentar, lieber Maximilian!

    Ich vertrete hier aus meiner persönlichen Erfahrung als Startup eine andere Ansicht, finde es aber klasse, dass du aus Investorensicht deine Perspektive beiträgst. Vielen Dank dafür!

    Für mich ist Kaltakquise vergleichbar mit dem Elevator-Pitch: da hab ich nur eine Minute Zeit und muss mit (m)einer Key-Message punkten, oder ich bin direkt raus. Wenn ich das auf die Kaltakquise per Mail + Pitchdeck übertrage, bleibt nicht mehr als ein OnePager als Door-Opener.

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