Warum StartUps scheitern - die häufigsten Fehler (Bild: Shutterstock)

Warum scheitern StartUps? Die 20 häufigsten Gründe

Geldmangel, harter Konkurrenzkampf, schlechtes Timing und mehr: Daran scheitern die meisten StartUps. Und so kannst du das verhindern.

Warum gehen StartUps pleite?

Oft sind die Ideen und Visionen klasse, auch das Produkt oder die Dienstleistung können überzeugen. Trotzdem gibt es kein Vorankommen für das junge, innovative Unternehmen. Irgendwann heißt es “Game Over”.

Wenn StartUps scheitern, fragt man sich, wie das geschehen konnte. War es das Marketing? Das Produkt? Die Finanzen? Das Team? Die Gesetze? Die Konkurrenz? Der Zeitpunkt?

Darauf die Antwort zu geben, ist sehr schwer. Meist gibt es verschiedene Gründe, warum kleine und große Unternehmen in die Pleite gehen. Alle Fehler und all die anderen Faktoren lassen sich ganz grob auf 20 typische Ursachen eindampfen. Welche das sind, fanden verschiedene Erhebungen heraus. Diese fassen wir hier zusammen.

Daran scheitern die meisten StartUps

Wenn ein StartUp scheitert, liegt das meistens an diesen Gründen:

Fehler 1 | Keine Marktrelevanz

Stell dir vor, du hast eine tolle Idee und niemanden interessiert es. Unternehmen haben dann einen nachhaltigen Erfolg, wenn sie ihre Geschäftsidee an den Engpässen im Markt, an den Bedürfnissen und an den Problemen anderer ausrichten.

Wenn du eine Kompetenz, eine Dienstleistung oder ein Produkt hast, mit dem du die Probleme anderer lösen kannst, dann hast du auch eine Marktrelevanz. Denke an diesen wichtigen Faktor, wenn du dein Geschäftsmodell planst – zum Beispiel über das Business Model Canvas.

Fehler 2 | Geldmangel

Das kennen viele StartUps: Der Cash Flow in den Anfangstagen eines Unternehmens ist einfach knapp bemessen. Entweder dein Unternehmen ist von Beginn an mit wenig Kapital ausgestattet. Oder deine Ausgaben steigen schneller als die Einnahmen bzw. dein Umsatz.

In beiden Fällen gilt: Orientiere deine Ausgaben daran, was dir an Investitionsvolumen zur Verfügung steht. Und daran, wie viel Cash du mit deinem Geschäftsmodell aktuell bereits erzielst.

Fehler 3 | Das falsche Team

Was kann am Gründen im Team falsch sein? Oder an der Zusammenstellung eines Teams, mit dem du loslegst? Theoretisch nichts. In der Praxis zeigt sich aber, dass du auf zwei wichtige Schritte achten musst.

Schritt 1: Versammle Menschen um dich, die die richtigen Dinge im richtigen Moment vorantreiben. Teile mit ihnen deine Vision und deine Mission.

Schritt 2: Stelle sicher, dass Mitstreiter, die sich mit dir und deinen Plänen gemein machen können, auch die richtigen Qualifikationen abdecken – nicht umgekehrt.

Fehler 4 | Harter Konkurrenzkampf

Beobachte den Markt, höre zu und lerne: Bist du in einem Wachstumsmarkt mit vielen Wettbewerbern, dann weißt du schon heute, dass nicht jeder den Konkurrenzkampf überstehen wird.

Wer mit seinen Kunden im Dialog ist und von anderen Marktteilnehmern schnell lernt, ist in einer guten Position, auch längerfristig im Markt zu bestehen. Oder du gehst einen ganz besonderen Weg: du verfolgst eine Blue-Ocean-Strategie.

Fehler 5 | Zu teures Produkt

Kunden sind bereit Geld zu bezahlen, wenn du einen Wert für sie erzeugst. Das heißt, dieser Wert bemisst sich an dem Problem, das du für sie lösen kannst – er bemisst sich nicht an deinen Kosten!

Finde für dein Produkt also den Preis, den Kunden zu zahlen bereit sind. Etabliere eine Kostenstruktur, mit der dieses Pricing möglich ist. Mit einem umgekehrten Vorgehen kalkulierst du dich schnell aus dem Markt.

Fehler 6 | Enttäuschendes Produkt

Es ist von zentraler Bedeutung, dass du hinter deinem Produkt stehst. Für den Geschäftserfolg ist es ebenso zentral, dass deine Kunden, die Begeisterung für dein Produkt teilen können.

Und denk daran: Das Erlebnis eines Produktes beginnt für deinen Kunden schon lange vor dem Kauf und es endet viel später. Nur wenn du ein konsistentes Bild während der gesamten Customer Journey mit einer tollen Customer Experience erzeugst, schützt du dich und deine Kunden vor einer Enttäuschung.

Fehler 7 | Kein Geschäftsmodell

Eine gute Idee allein reicht nicht! Schon zu Beginn solltest du eine Strategie verfolgen, wann und wie sich diese Idee monetarisieren lässt. Diesen Plan schreibst du unter anderem im Businessplan nieder.

Wie entwickelt man ein Geschäftsmodell? Wie findet ein StartUp eine lukrative Nische? Die Antworten gibt’s in dieser Folge des USP Marketing Podcast:

Fehler 8 | Unpassendes Marketing

Denke immer an die 4P des Marketing-Mix! Werde dir über das Was (dein Produkt) und das Wo (welcher Markt, welche “Bühne” als Aufmerksamkeitsort für deine Kunden?) bewusst. Dann entscheide über das Wann und das Wie (welche Kanäle, welche Botschaften). Nur wenn du das Hand in Hand planst und durchführst, wirst du deine Kunden mit deinen Marketing-Maßnahmen zielgerichtet erreichen.

Fehler 9 | Keine Kundenzentrierung

Das Vertrauen der Kunden ist für Unternehmen – insbesondere für StartUps – elementar. Du musst es gewinnen und darfst es nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, wenn du langfristig bestehen willst. Wenn dir das gelingt, kannst du die bereits genannte Customer Experience steigern.

Fehler 10 | Schlechtes Timing

Zur falschen Zeit am falschen Ort: Trittst du zu früh in den Markt, obwohl das Produkt noch nicht reif ist, wirst du das sicher bereuen. Genauso wird es dir ergehen, wenn du den Markteintritt verschläfst, weil du alles bis zur Perfektion durchdenken willst.

Fehler 11 | Fokus verlieren

Bleibe deiner Vision und deiner Motivation treu! Wechselt das ständig, verlierst du deinen Fokus. Bist du selbst nicht orientiert, wirst du auch deine Kunden und Mitarbeiter nicht orientieren können.

Fehler 12 | Miss-Stimmung im Team

Du ignorierst deine Investoren, zum deinen Venture-Capital-Geber? Oder schenkst du ihnen zu viel Beachtung und lässt dafür deine Mitstreiter der ersten Stunde links liegen? Ein StartUp zu gründen und zu führen ist ein dynamischer Prozess. Das bedeutet: Nimm die Menschen um dich herum mit!

Fehler 13 | Falscher Pivot

Der Business Pivot ist dein Dreh- und Angelpunkt. Du wählst ihn auf Basis deiner Idee und im besten
Falle auf Basis umfassender Daten. Sind diese falsch oder werden falsch interpretiert, kann dein ganzes Unternehmen in die falsche Richtung laufen.

Fehler 14 | Fehlende Leidenschaft

Wer nur dem Geld hinterher läuft, wird schnell scheitern. In Leidenschaft stecken “Leiden” und “Schaffen” – beides wirst du müssen, wenn du eines Tages erfolgreich sein willst.

Wie du deiner Leidenschaft ein wenig näher kommst, zeigt dieser TED-Talk von Simon Sinek zum Golden Circle:

Fehler 15 | Falscher Ort

Nicht zu vernachlässigen: Wähle den Ort für dein StartUp, an dem du die richtigen Mitstreiter und Mitarbeiter findest. Oft ist das auch der Ort, an dem sich deine potenzielle erste Kundschaft aufhält.

Fehler 16 | Fehlende Investoren

Nicht erst seit “Höhle der Löwen” wissen wir, dass Investoren ein Geschäft beflügeln können. Wenn dein Erspartes nicht ausreicht und der Cash Flow in den ersten Monaten ebenso wenig, dann gibt es viele Möglichkeiten, dein StartUp zu finanzieren. Nutze die Möglichkeit, die zu dir passt!

Fehler 17 | Rechtsprobleme

In der Anfangsphase eines StartUps ist dieses Problem oft noch nicht präsent. Mit dem Wachstum kommen die Fragen nach Haftung, Patenten, Wettbewerbsklagen, Rechtsform und so weiter.

Fehler 18 | Keine externe Beratung

Du bist Experte für deine Idee und für dein Produkt. Doch bilde Netzwerke, nutze die Netzwerke deiner Mitstreiter und suche Beratung. Nur mit externen Dienstleistern wie StartUp-Steuerberatern oder IT-Experten kommst du mit Fachwissen durch die ungewissen Gewässer.

Fehler 19 | Körperliche Überlastung

Am Anfang brennt das Feuer der Leidenschaft in dir. Die vielen Anforderungen, die mit dem Aufbau eines StartUps einhergehen, können deinen Körper sukzessive an ihre Belastungsgrenzen führen. Du bekommst Rückenprobleme, Herzbeschwerden oder einen Burnout. Im schlimmsten Fall wirst du berufsunfähig.

Sei dir dessen von Beginn an bewusst! Schütze dich davor, indem du deine Ziele ohne Stress erreichst. Delegiere beispielsweise Aufgaben an dein Team oder an externe Unterstützer.

Fehler 20 | Fehlende Einsicht

Du hast einen Fehler gemacht? Wunderbar. Du bist ein StartUp und darfst das!

Wichtig ist nur, dass du die Einsicht dazu hast, daraus lernst und besser wirst. Tust du das nicht, wirst du dein Team, Investoren und deine Kunden verstören und Vertrauen verlieren.

Fazit

Alle Wege führen nach Rom. Und auch viele Wege führen zum Scheitern eines StartUps.

Ein Unternehmen zu gründen und zu führen ist kein Zuckerschlecken, sondern (O-Ton Frank Thelen) “ein arschharter Ritt”. Das stimmt!

Hoffentlich kann dir unsere Liste mit den gängigsten Gründen fürs Scheitern eines StartUps helfen, die schlimmsten Fehler nicht zu wiederholen. Good luck!

Buchtipp gegen das Scheitern deines StartUps

 

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